Die Auswirkungen der Immigration auf die amerikanische Gesellschaft

Ein Blick zurück in die Zukunft

Die meisten Amerikaner feiern zwar ihr Erbe und ihre Identität als “Nation von Einwanderern”, ihre Meinungen über die Zukunft der Immigration gehen allerdings stark auseinander. Viele befürworten eine weitere Einwanderung energisch, sie sehen darin ein notwendiges Ingrediens für das Wirtschaftswachstum und ein unverzichtbares Element für eine kosmopolitischen Gesellschaft. Beinahe 60 Millionen Menschen – über ein Fünftel der amerikanischen Gesamtbevölkerung – sind Einwanderer oder Kinder von Einwanderern. Für die meisten von ihnen ist eine großzügige Einwanderungspolitik keine abstrakte Ideologie, sondern ein Mittel der Familienzusammenführung und eine Bestätigung, dass auch sie Teil des “amerikanischen Traums” sind.

Andererseits gibt es einen beträchtlichen Anteil, vielleicht die Mehrheit der Amerikaner, der eine weitere massive Immigration ablehnt. Viele Einwanderungsgegner sind Alteingesessene, die so gut wie vergessen haben, dass auch ihre eigenen Vorfahren einst in Amerika eingewandert sind. Sie leben häufig in Klein- und Vorstädten und haben in ihrer Nachbarschaft, in ihren Kirchgemeinden und Freundeskreisen relativ wenig Kontakt zu Immigrantenfamilien. Jenseits der Debatte über die wirtschaftlichen Folgen der Einwanderung prägen auch emotionale Faktoren die innere Einstellung zur Immigration. Viele Amerikaner fühlen sich, wie die Menschen überall auf der Welt, mit dem Vertrauten wohler als mit dem Wandel. Sie befürchten, dass sich Neuankömmlinge mit anderen Sprachen, Religionen und Kulturen gegen ihre Integration sträuben und kein Englisch lernen.

Häufig wurzeln die Befürchtungen der Alteingesessenen und die Wahrnehmung neuer Einwanderer in Ignoranz und Vorurteilen, aber die Zukunftsangst vieler Amerikaner ist nicht ganz irrational. Mit der Globalisierung und der massiven industriellen Restrukturierung in vielen traditionellen Beschäftigungszweigen (sowohl von Arbeitern wie von Angestellten) fürchten viele der im Land Geborenen um ihre Zukunft und die ihrer Kinder. Die Medien bringen häufig Beispiele von Industrien, die zu Niedriglöhnen eingesessene Arbeiter durch Immigranten ersetzen. In einigen Zweigen wie der Gemüse- und Obsternte suchen nur sehr wenige im Land geborene Amerikaner Arbeit, aber Immigranten werden auch anderswo überproportional beschäftigt, darunter in der Fleischverarbeitung, der Bauwirtschaft, in Krankenhäusern und sogar in vielen Bereichen der Universitätsforschung – ein willkommenes Fressen für skrupellose Politiker, um verbreitete Ängste für ihre eigenen Zwecke auszubeuten.

Es lässt sich nicht vorhersagen, welche Rolle die Einwanderung in Amerika in Zukunft spielen wird, doch ein Blick in die Vergangenheit lohnt sich. Für die gegenwärtigen Debatten und die Feindseligkeit gegenüber Immigranten lassen sich Entsprechungen quer durch die amerikanische Geschichte finden. Am meisten überrascht dabei, dass fast alle populären Ängste vor Einwanderung und sogar die Urteile von “Experten” über deren negative Auswirkungen von der Geschichte widerlegt wurden. Nicht nur haben sich fast alle Immigranten (oder ihre Nachkommen) mit der Zeit assimiliert, sie haben die amerikanische Gesellschaft auch in vielfältiger Weise bereichert. Die folgenden Ausführungen blicken zurück auf die Ängste der alteingesessenen Amerikaner vor Immigration und auf den historischen Beitrag von Einwanderern zu politischen Reformen, zur Entwicklung der Industrie und auch der amerikanischen Kultur.

Einwanderung in die USA: Ein kurzer Überblick

Die Immigration begann in Nordamerika mit den spanischen Siedlern des 16. und den französischen und englischen Siedlern des 17. Jahrhunderts. In den hundert Jahren vor der amerikanischen Revolution gab es einen großen Zustrom von freien Arbeitern und Schuldknechten[1] aus England und anderen Teilen Europas und von Sklaven aus Afrika und der Karibik.

Einwanderung gab es die ganze amerikanische Geschichte hindurch, aber zwei epochale Phasen stechen heraus: die Masseneinwanderung zwischen 1880 und 1924 vor allem aus Süd- und Osteuropa und die Immigrationswelle nach 1965 vor allem aus Lateinamerika und Asien.[2] Während jeder dieser Wellen kamen mehr als 25 Millionen Zuwanderer, und die jüngere ist noch lange nicht abgeschlossen. In einigen Rekordjahren gleich zu Beginn des 20. Jahrhunderts trafen jährlich etwa eine Millionen Immigranten ein, was über ein Prozent der damaligen US-Bevölkerung entsprach. Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts gab es einige Jahre mit mehr als einer Millionen legalen Immigranten, aber bei einer Gesamtbevölkerung von heute beinahe 300 Millionen Menschen sind die Auswirkungen weit geringer als noch Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die erste Auswirkung der Immigration ist demographischer Art. Die Mehrheit der heutigen amerikanischen Bevölkerung ist aus den 70 Millionen Einwanderer hervorgegangen, die seit Gründung der Republik nach Amerika kamen (offizielle Statistiken wurden erst seit 1820 geführt).[3] Die meisten Amerikaner haben ein Gefühl historischer Kontinuität seit der Gründung der USA, aber dies ist vor allem das Ergebnis von Sozialisation und Erziehung, nicht von Abstammung. Der Teil der amerikanischen Bevölkerung, der auf die längste einheimische Geschichte zurückblicken kann, sind die Afroamerikaner: Sie stammen fast alle von Sklaven ab, die im 17. und 18. Jahrhundert nach Amerika verschleppt wurden.[4]

Ein Großteil der historischen Debatte über die Konsequenzen der Einwanderung hat sich immer schon auf die “Ursprünge” der Immigranten konzentriert – darauf, woher sie kamen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Einwanderung aus Süd- und Osteuropa ihren Höhepunkt erreichte, versuchten viele alteingesessene Amerikaner das traditionelle Bild Amerikas als ein in erster Linie von den Nachfahren nordwesteuropäischer Einwanderer, besonders protestantischer Engländer, geprägtes Land zu bewahren.[5] Die Einwanderungsbeschränkungen der 1920er Jahre waren darauf angelegt, die historischen “nationalen Ursprünge” der amerikanischen Bevölkerung zu erhalten.[6] Die amerikanische Bevölkerung war jedoch immer weit verschiedenartiger als das “anglozentrische” Image des 18. Jahrhunderts. Die erste amerikanische Volkszählung von 1790 kurz nach Bildung der Vereinigten Staaten zählte etwas weniger als vier Millionen Menschen, von denen mindestens 20 % afrikanischer Herkunft waren.[7] Es gibt vor Ende des 19. Jahrhunderts keine offiziellen Zahlen für die amerikanischen Indianer, aber sie stellten im 18. Jahrhundert in den meisten Gebieten, aus denen schließlich die USA wurden, die vorherrschende Bevölkerung. Die Schätzungen des Bevölkerungsanteils nicht-englischer Herkunft im Jahr 1790 reichen von 20 bis 40 %.[8]

Jede neue Einwandererwelle in die USA stieß auf mehr oder minder ausgeprägte Feindseligkeit und löste verbreitete Ängste aus, dass Immigranten der amerikanischen Gesellschaft schaden oder sich nicht dem vorherrschenden American Way of Life anpassen würden. 1751 beklagte sich Benjamin Franklin über die “pfälzischen Bauerntrampel”, die versuchten, die Provinz Pennsylvania zu germanisieren und sich weigerten, Englisch zu lernen.[9] Während des ganzen 19. Jahrhunderts galten irische und deutsche Amerikaner, besonders Katholiken, den alteingesessenen Amerikanern im Hinblick auf Kultur und Status nicht als vollgültige Bürger. Im Mai 1844 gab es dreitägige Krawalle in Kensington, einem irischen Vorort von Philadelphia, die in der Brandschatzung zweier katholischer Kirchen und anderer Gebäude gipfelten.[10] Es war einer von vielen Zwischenfällen in den 1840er und 1850er Jahren – der Hochphase der so genannten “Know-Nothing-Bewegung” –, als katholische Kirchen und Klöster zerstört und Priester vom protestantischen Pöbel angegriffen wurden.[11]

Die Feindseligkeit alteingesessener Amerikaner gegen “Ausländer” verschärfte sich zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts, als Rassenideologien und Antisemitismus auch in Amerika Fuß fassten. Die wachsende Welle des “Nativismus” – der xenophobischen Verteidigung des Einheimischen – hatte tiefe Wurzeln im Antikatholizismus und in der Angst vor ausländischen Radikalen. Das neue vorherrschende Element dieser Ideologie Ende des 19. Jahrhunderts war der Glaube an die Überlegenheit der angelsächsischen “Rasse”.[12] Solche Vorstellungen verbanden sich mit der Forderung nach Beschränkung der Immigration und fanden in den gebildeten Eliten weithin Unterstützung. Die Immigration Restriction League, 1894 gegründet von jungen, in Harvard ausgebildeten Bostoner Intellektuellen, trat für eine Lese- und Schreibprüfung ein, um die Einwanderungsflut zu bremsen.[13] Man nahm an, dass eine solche Prüfung die Immigration aus Süd- und Osteuropa vermindern würde, die eine “alarmierende Zahl von Analphabeten, Armen, Kriminellen und Geisteskranken” ins Land spüle, “die den amerikanischen Charakter und die Bürgerschaft” bedrohten.[14]

Städte, in denen sich Einwanderer in großer Zahl niederließen, wurden verspottet und waren zugleich als Horte gefährlicher Menschen und radikaler Ideen gefürchtet.[15] Solche Ressentiments wurden häufig von Intellektuellen geschürt, fanden aber auch bei vielen weißen Amerikanern in eher provinziellen und homogenen ländlichen Gebieten und Kleinstädten ein Echo. Während manche Reformer wie Jane Adams sich daranmachten, die vielen Missstände städtischer Elendsviertel zu lindern, ergingen sich andere wie z.B. Henry Adams, Nachfahre zweier amerikanischer Präsidenten und berühmter Historiker und Literat, in aggressivem Nativismus und Antisemitismus.[16]

Das Gesetz gegen die Einreise chinesischer Arbeiter von 1882 (Chinese Exclusion Act) war der erste Schritt in Richtung einer geschlossenen Gesellschaft. Von den 1880er Jahren bis zu den 20er Jahren des folgenden Jahrhunderts führten sehr unterschiedliche Gruppen, von den alten Eliten Neuenglands über die Fortschrittsbewegung (Progressive Movement) im Mittleren Westen bis hin zum Ku Klux Klan, eine Kampagne zur Beendigung der Immigration unerwünschter Einwanderer aus Europa.[17] In den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts suchte man die angebliche “Minderwertigkeit” neuer Einwanderer im Vergleich zu den alteingesessenen Amerikanern mit der damals entstehenden Pseudowissenschaft der Eugenik zu untermauern. Anfang der 20er Jahre wurden Einwanderungsquoten nach Nationalität eingeführt, um die Immigration aus Asien und Afrika so weit als möglich zu unterbinden und die Zahl der süd- und osteuropäischen Neuankömmlinge drastisch zu reduzieren.

Die Periode von 1924 bis 1965 mit ihrer äußerst restriktiven Immigrationspolitik war eine Ausnahme in der amerikanischen Geschichte. Wer in dieser Zeit aufwuchs, mag das hohe Niveau der Einwanderung in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts für ungewöhnlich halten, eine hohe Immigration charakterisierte jedoch einen Großteil des 18. und 19. Jahrhunderts und die ersten beiden Dekaden des 20. Jahrhunderts.

Politiker und viele Experten waren von den Auswirkungen des Einwanderungsgesetzes von 1965 (auch als Hart-Cellar Act bekannt) überrascht. Dieses Gesetz sollte in erster Linie die in den 1920er erlassenen Nationalitätsquoten beseitigen, durch die sich die Kinder und Enkel süd- und osteuropäischer Immigranten diskriminiert sahen. Die Befürworter dieser Reform strebten keine große neue Einwanderungswelle an. Sie erwarteten lediglich eine leichte Zunahme von Neuankömmlingen aus Italien, Griechenland und einigen anderen europäischen Ländern, da bis dahin getrennte Familien nun zusammenkommen konnten, nicht aber einen langfristigen Anstieg der Zuwanderung.[18]

Die neuen Aufnahmekriterien des Gesetzes von 1965 waren Familienzusammenführung und gesuchte berufliche Qualifikationen.[19] Das neue Auswahlsystem ermöglichte Qualifizierten und Hochqualifizierten, vor allem Ärzten, Krankenschwestern und Ingenieuren aus asiatischen Ländern, einzuwandern und schließlich für den Nachzug ihrer Familien zu bürgen. Zu etwa der gleichen Zeit und weitgehend unabhängig vom neuen Einwanderungsgesetz nahm die Immigration aus Lateinamerika zu. Die legale und illegale Migration aus Mexiko stieg an, nachdem das 1942 begonnene sogenannte Bracero-Programm, das mexikanischen Landarbeitern die Einreise in die USA ermöglichte, 1964 von der amerikanischen Regierung aufgekündigt worden war.[20] In den 60er und 70er Jahren setzte sich im Gefolge der kubanischen Revolution zuerst die alte Elite in die USA ab, dann folgten Qualifizierte und Mittelschichtfamilien auf der Flucht vor Verfolgung und aufgezwungenem Sozialismus. Anfang der 70er Jahre gab es nach dem Zusammenbruch US-gestützter Regimes in Südostasien mehrere Wellen vietnamesischer, kambodschanischer und Hmong-Flüchtlinge. Dann, in den 80er Jahren, kamen neue Flüchtlinge aus mittelamerikanischen Ländern wie Nicaragua, El Salvador und Guatemala.[21]

Jeder dieser Einwanderungs- und Flüchtlingsströme brachte sekundäre Immigration durch den Nachzug von Familienangehörigen. Im Jahr 2000 gab es über 30 Millionen im Ausland geborene Menschen in den USA, von denen beinahe ein Drittel im vorangegangenen Jahrzehnt eingetroffen war. Rechnet man Immigranten und ihre Kinder (die zweite Generation) zusammen, haben über 60 Millionen Menschen – oder einer von fünf Amerikanern – junge Wurzeln in anderen Ländern.[22] Obwohl das gegenwärtige Immigrationsniveau – relativ gesehen – nicht an das Zeitalter der Massenmigration Anfang des 20. Jahrhunderts heranreicht, übersteigt die absolute Zahl der heutigen Immigranten bei weitem alle früheren Epochen der amerikanischen Geschichte und die Erfahrungen jedes anderen Landes.

Die amerikanische Geschichte lässt sich nicht von der Geschichte der Einwanderung trennen, oder, wie Oscar Handlin es formulierte: “Immigranten waren die amerikanische Geschichte.”[23] In den mittleren Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts spielten Einwanderer aus Deutschland und Skandinavien eine Hauptrolle bei der Besiedlung des Westens. Irische Immigranten stellten die meisten Arbeitskräfte beim Bau von Verkehrsnetzen, darunter Kanälen, Eisenbahnen und Straßen. Einige Experten schätzen, dass die Union während des Bürgerkriegs den Vorteil eines größeren Arbeitskräftereservoirs vor allem den Immigranten verdankte, die sich in den Nordstaaten niedergelassen hatten.[24]

Immigranten spielten auch eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer städtisch-industriellen Wirtschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Einwanderer waren in den Lernberufen, im Bergbau, als fliegende Händler, Kaufleute und Arbeiter in städtischen Gebieten immer überrepräsentiert. Immigranten und ihre Kinder bildeten die Mehrheit der Arbeiter in den Sweatshops der Bekleidungsindustrie von New York, im Kohlebergbau von Pennsylvania und in den Schlachthöfen von Chicago. Die amerikanischen Städte im Zeitalter der Industrialisierung waren vor allem Immigrantenstädte.[25] Die rasch expandierende Industriewirtschaft des Nordens und Mittleren Westens beschäftigte von 1880 bis 1920 überproportional viele frisch eingewanderte Arbeitskräfte und dann, von 1920 bis 1950, afroamerikanische Arbeiter aus dem Süden. Etwa drei Viertel der Bevölkerung vieler großer Städte einschließlich New York, Chicago, Boston, Cleveland, San Francisco, Buffalo, Milwaukee und Detroit bestanden aus Immigranten und ihren Kindern.[26] Einwanderer blieben bis in die 1920er Jahre die Mehrheit der städtischen Bevölkerung in den Industriestädten des Nordostens und Mittleren Westens.[27]

Immigranten und ihre Kinder spielten auch in der jüngeren amerikanischen Politik eine wichtige Rolle, so bei der Bildung der Roosevelt-Koalition in den 1930er Jahren und wiederum in den 60er Jahren bei der Wahl von John F. Kennedy. Der Grundstein für die Roosevelt-Koalition von 1932 wurde bei den Präsidentschaftswahlen 1928 gelegt, als der demokratische Präsidentschaftskandidat Al Smith, ein (mütterlicherseits) irischstämmiger Katholik aus New York, für die Demokratische Partei die Mehrzahl der Einwandererstimmen gewann. Herbert Hoover entschied zwar die Wahl für sich, aber eine Reihe von Forschern schreibt den Wechsel von der republikanischen Regierungsvorherrschaft in den 20er Jahren zum New Deal der 30er Jahre der wachsenden Wahlbeteiligung und politischen Parteinahme der städtischen Zuwanderer nach Jahrzehnten massenhafter Immigration zu.[28]

Obwohl das Zeitalter der Masseneinwanderung in den 20er Jahren zu Ende ging, bildeten die Immigrantenkinder 1960 20 % der potentiellen Wählerschaft.[29] Die politischen Neigungen der zweiten Generation lassen sich aus Forschungen über die Beziehung von Religion und politischen Präferenzen ableiten. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten weiße Protestanten, besonders der Mittelklasse außerhalb des Südens, die Basis der Republikanischen Partei, während Katholiken und jüdische Wähler überproportional demokratisch wählten.[30] Die Mehrheit der süd- und osteuropäischen Einwanderer im frühen 20. Jahrhundert waren Katholiken und Juden.[31] Die Reformperioden von Roosevelts New Deal in den 30er Jahren und Kennedys Reformprogramm (New Frontier), das in Lyndon B. Johnsons Sozialreformen (Great Society) mündete, wurden erst durch die Massenmigration Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts möglich.

Einwanderer und ihre Nachkommen waren auch für das Aufblühen der amerikanischen Populärkultur wichtig und schufen bei den Amerikanern ein positives Bild von Immigration. Sie spielten vor allen Dingen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bemerkenswerte Rolle in den Künsten, z.B. als Drehbuchautoren, Regisseure, Produzenten und Schauspieler im amerikanischen Film.[32] Die Mehrheit der Hollywood-Regisseure, die zwei oder mehr Oscars gewannen, waren entweder Einwanderer oder Kinder von Einwanderern.[33] Viele der angesehensten Komponisten und Bühnenschriftsteller am Broadway waren Kinder von Immigranten, darunter George und Ira Gershwin, Richard Rodgers, Lorenz Hart, Jerome Kern, Harold Arlen und Leonard Bernstein.[34] Diese Komponisten und Texter, die viel zum amerikanischen Standardrepertoire beitrugen, waren zumeist jüdische Immigrantensprösslinge der zweiten und dritten Generation, die in ethnischen Enklaven aufgewachsen waren, doch ihre Musik stellt die Quintessenz der amerikanischen Musicalkultur des 20. Jahrhunderts dar.

Obwohl Künstler der ersten und zweiten Einwanderergeneration immer sorgsam darauf bedacht waren, sich der amerikanischen Gesellschaft zu assimilieren und angelsächsisch klingende Namen anzunehmen,[35] haben sie die amerikanische Kultur auch erweitert und sie empfänglicher und offener für Außenseiter gemacht. Das Hollywood-Thema der Tellerwäscherkarriere – “dass es in Amerika jeder schaffen kann” – spricht alle Menschen an, die nach oben streben. Viele Hollywood- und Broadway-Produktionen waren auch ergreifende Schilderungen von Außenseitern, die um Verständnis und Akzeptanz kämpfen.[36]

Lehren aus dem 20. Jahrhundert

Aus heutiger Perspektive ist klar, dass die zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreiteten Überzeugungen und Ängste im Hinblick auf Immigranten völlig in die Irre gingen. Anfang des 20. Jahrhunderts glaubten ein Großteil der Elite und viele Sozialwissenschaftler, dass Einwanderer die amerikanische Gesellschaft überrannten. Nach den tonangebenden Theorien der Zeit (Sozialdarwinismus und Eugenik) hielt man die Immigranten gegenüber den alteingesessenen Amerikanern für kulturell und “rassisch” minderwertig. Die Argumente, mit denen im 20. Jahrhundert die Beschränkung weiterer süd- und osteuropäischer Immigration begründet wurden, ähnelten jenen, mit denen man zuvor der chinesischen und japanischen Einwanderung ein Ende gesetzt hatte (1882 bzw. 1907). Drei Jahrzehnte lang wurde der Kampf um eine Beschränkung der Einwanderung in der Öffentlichkeit und im Kongress ausgefochten. 1910 legte die vom Kongress eingesetzte Dillingham-Kommission (benannt nach dem Senator für Vermont William P. Dillingham) einen 42-bändigen Bericht vor, der die rassische Minderwertigkeit der Neueinwanderer aus Ost- und Südeuropa im Verhältnis zu den alten Zuwanderern aus Nordwesteuropa behauptete.[37]

Sozialdarwinismus und pseudowissenschaftlich begründeter Rassismus standen damals in voller Blüte. Viele führende Gelehrte warnten davor, eine weitere Einwanderung der “geschlagenen Angehörigen geschlagener Rassen” zu erlauben.[38] Als die Einführung einer Lese- und Schreibprüfung 1917 nicht die gewünschte Wirkung einer Verminderung der Einwanderung aus Süd- und Osteuropa erzielte, verabschiedete der Kongress 1921 ein Quotengesetz, um die jährliche Zahl von Einwanderern aus jedem Land nach den bei der Volkszählung von 1910 festgestellten Bevölkerungsanteilen auf drei Prozent der in Amerika lebenden, aber im Ausland geborenen Immigranten der jeweiligen Nationalität zu beschränken.[39] Diese Vorkehrungen gingen freilich etlichen Eindämmungsverfechtern noch nicht weit genug: 1924 erwirkten sie ein weiteres Immigrationsgesetz, das nach Maßgabe der Volkszählung von 1890, als die Masse der neuen Immigranten also noch gar nicht eingetroffen war, die Quote auf zwei Prozent jeder Nationalität drückte.

Im Rückblick lässt sich erkennen, dass die Auswirkungen des Zeitalters der Massenmigration von 1880 bis 1924 den Vorhersagen zeitgenössischer Beobachter nahezu völlig widersprachen. Betrachtet man Standardindikatoren für sozioökonomischen Erfolg, die Differenzierung nach Wohnorten und den Anteil der Mischehen, haben sich die Kinder und Enkel der “neuen Einwanderer” des frühen 20. Jahrhunderts fast völlig in die amerikanische Gesellschaft integriert.[40] Selbst die Italoamerikaner, die noch in den 1930er Jahren als eine “Volksgruppe im Elend” galten, fügten sich in das amerikanische Mosaik. Eine genauere Untersuchung zeigt, dass die “neuen Immigranten” die amerikanische Gesellschaft nach ihrem Ebenbild umformten. Der anglozentrische Kern des frühen 20. Jahrhunderts wurde weitgehend durch ein kosmopolitischeres Amerika ersetzt, das Katholizismus und Judentum auf dieselbe Stufe mit protestantischen Konfessionen stellt, und die Freiheitsstatue wurde zum nationalen Symbol einer Nation von Einwanderern. Vielleicht ist das wichtigste Erbe des Zeitalters der Massenmigration, dass die Kinder der ost- und südeuropäischen Einwanderer mithalfen, den Weg zum New Deal der 30er Jahre, zu den Sozialreformen Johnsons in den 60ern und zum Einwanderungsgesetz von 1965 zu ebnen, das eine neue Immigrationswelle aus Asien und Lateinamerika ermöglichte.

In seinem Roman Verschwörung gegen Amerika spekuliert Philip Roth darüber, was geschehen wäre, wenn Charles Lindberg 1940 zum Präsident gewählt worden wäre und freundliche Beziehungen zu Nazideutschland aufgenommen hätte. Es gab zu jener Zeit in den Vereinigten Staaten zweifellos viel virulenten Antisemitismus, und der Hass der weißen, angelsächsischen und protestantischen Oberschicht (WASP) auf Franklin D. Roosevelt hätte diese zur Unterstützung einer faschistischen Alternative veranlassen können. Im Rückblick auf die 1930er Jahre waren die Juden und Katholiken jedoch, zumindest bis zu einem gewissen Grad, offenbar durch ihre Allianz mit vielen anderen Segmenten der amerikanischen Gesellschaft als Teil der Koalition des New Deal “geschützt”. Ironischerweise mögen die drastische Verminderung der Einwanderung ab 1924 und die Massenmigration von Afroamerikanern aus dem ländlichen Süden in die Städte des Nordens und Mittleren Westens den Kindern der süd- und osteuropäischen Immigranten geholfen haben, in den mittleren Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die sozioökonomische Leiter emporzuklimmen.[41] Alle diese Gruppen blieben bis weit in die 60er Jahre der Demokratischen Partei verbunden, und diese ungewöhnlich breite Basis schreckte politische Bündnisse allein auf Grundlage von Rasse und Nationalität ab. Die amerikanische Politik ist gegenüber der Versuchung, die “Rassenkarte” auszuspielen, nicht immun – dies belegen Beispiele wie die States¹ Rights Democratic Party (Dixiecrats), eine 1948 gegründete, auf Rassentrennung beharrende Abspaltung der Demokraten, der Präsidentschaftswahlkampf von 1968, zu dem der vormalige Demokrat George Wallace mit seiner segregationistischen American Independent Party antrat, und Nixons Strategie im Wahlkampf von 1972, durch Beschränkung der Bundesgesetzgebung den Druck zur Aufhebung der Rassentrennung in den Südstaaten zu nehmen (die so genannte “Southern Strategy”). Neueinwanderer und ihre Nachkömmlinge haben indessen – im Bund mit anderen Reformgruppen – beträchtlich dazu beigetragen, die Demokratie in der amerikanischen Gesellschaft zu stärken.

Blick in die Zukunft

Die demographischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in Amerika sind nicht einzigartig. Einwanderung scheint, wie ethnische Unterschiede, in vielen Gesellschaften auf der ganzen Erde eine fortwährende Quelle von Spannungen zu sein. Die Immigration, besonders die illegale, ist in den Vereinigten Staaten höher als in den meisten anderen Industrieländern, aber die zugrunde liegende Dynamik ist beinahe allen Industriegesellschaften gemein.[42]

In den letzten Jahren schwankte die jährliche Zahl von legalen Einwanderern in die USA zwischen 700.000 und 1.000.000 Menschen, die dauerhaft im Land ansässig wurden, mit ansteigender Tendenz.[43] Nur etwa die Hälfte der legalen Einwanderer sind Neuankömmlinge aus anderen Ländern, die andere Hälfte besteht aus Immigranten, denen es gelingt, aufgrund eines veränderten Arbeitsverhältnisses oder Familienstatus ein Immigrantenvisum zu erhalten. Auch viele Flüchtlinge schaffen es schließlich, ein Immigrantenvisum mit unbeschränkter Aufenthaltserlaubnis zu erlangen. Daneben gibt es eine große, aber unbekannte Zahl von Immigranten ohne Papiere, möglicherweise über 300.000 pro Jahr.

Die politische Diskussion in den USA (und anderswo) konzentriert sich in erster Linie auf die Kontrolle von Einwanderung. Es besteht weithin Einigkeit darüber, dass die illegale Immigration gestoppt und die legale Einwanderung streng kontrolliert werden sollte. Man streitet sich, wie hoch die Zahl der Einwanderer sein soll und welchen Ansprüchen sie genügen müssen, aber die Idee, dass souveräne Staaten Bevölkerungsbewegungen über Grenzen hinweg kontrollieren können und sollten, ist praktisch unumstritten. Es gibt jedoch eine beträchtliche Anzahl von Studien, die zeigen, dass die Beweggründe für internationale Migration höchst vielgestaltig sind und dass Migranten und Arbeitgeber ebenso wie die Herkunfts- und die Zielgesellschaften außerordentlich von ihr profitieren.[44] Die starken Antriebskräfte für Migration legen nahe, dass eine Politik der Immigrationseindämmung kaum Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

Aus den Medien kann man regelmäßig erfahren, welche enormen Ressourcen und welch großen Erfindungsreichtum Lateinamerikaner, Chinesen und Afrikaner aufbringen, um nach Nordamerika oder Europa auszuwandern. Oft enden ihre Versuche in Gefangennahme und demütigender Behandlung als Kriminelle. Viele Migranten sterben eingeschlossen in Schiffscontainern oder beim Versuch, Wüsten ohne ausreichend Wasser und Verpflegung zu durchqueren. Und doch kommen sie weiterhin. Der einfache Grund dafür ist, dass sich die Wirtschaften des Südens und Nordens zunehmend durch den Verkehr von Gütern, Kapital und Arbeitskräften integrieren. Internationale Migration ist ein funktioneller Bestandteil moderner Gesellschaften – reicher und armer –, der die ungleiche Verteilung von Menschen und Chancen ausgleicht.

Die meisten Migranten kommen nicht, um sich anzusiedeln, sondern um ihre Familien daheim zu unterstützen.[45] Tatsächlich übersteigen die Summen, die Migranten in Entwicklungsländer überweisen, bei weitem die Mittel, die Letztere aus Auslandshilfe, direkten Kapitalinvestitionen und der Ausfuhr von Fertigerzeugnissen gewinnen.[46] Auch die Wirtschaften der Industrienationen ziehen einen beträchtlichen Nutzen aus der Migration. In den meisten Industrieländern fehlt es an einem ausreichend großen einheimischen Reservoir von Niedriglohnarbeitern. Fände sich dieses Muster nur in einem Land oder in nur wenigen Wirtschaftssektoren, könnte man diesen Mangel womöglich spezifischen politischen Kulturen oder bestimmten Marktzwängen zuschreiben. Tatsächlich jedoch erstreckt sich die Nachfrage nach der “billigeren Arbeit” von Einwanderern in den meisten Industrieländern und einer Reihe rasch wachsender Schwellenländer auf viele Sektoren wie Landwirtschaft, herstellende Industrie, Bauwirtschaft, Reparaturdienste, Gastronomie und Kinderbetreuung.

Dabei beschränkt sich die Nachfrage nach eingewanderten Arbeitskräften nicht auf ungelernte körperliche Arbeit. Die Vereinigten Staaten und andere Industrieländer waren und sind auch immer wieder mit einem Mangel an Wissenschaftlern, Ingenieuren und anderen Hochqualifizierten konfrontiert, der in Amerika zum Teil dadurch behoben wurde, dass vielen talentierten ausländischen Studenten Immigrantenstatus eingeräumt wurde. Trotz des politischen Drucks zur Kontrolle der Einwanderung haben beinahe alle Politikwechsel den Umfang legaler Immigration erweitert: von Landarbeitern, von lange im Land lebenden “illegalen” Immigranten, von Menschen, deren wenige amerikanische Verwandte nicht für sie bürgen können, von Arbeitskräften, die von amerikanischen Arbeitgebern dringend gebraucht werden.

Nach der klassischen Wirtschaftstheorie ist Binnenmigration eine funktionelle Antwort auf Lohnunterschiede zwischen verschiedenen Regionen. Die Migration erlaubt den Arbeitskräften, von den höheren Löhnen in Wachstumsgebieten zu profitieren und steigert die Effizienz der Wirtschaft durch größere und durchlässigere Arbeits- und Konsummärkte. Tatsächlich ähnelt die Logik zur Senkung von Migrationsschranken der Logik des internationalen Freihandels, nach der alle Länder vom freien Kapital-, Waren- und Technologieverkehr über die nationalen Grenzen hinweg profitieren. In Diskussionen über eine Ausweitung des internationalen Handels (z.B. bei der Debatte über das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA) wird internationale Migration häufig ausgeklammert, aber eher aus politischen als wirtschaftlichen Erwägungen.

Meine Lesart der gegenwärtigen Tendenzen und der Geschichte legt nahe, dass die wichtigste politische Frage der internationalen Migration nicht die Einwanderungskontrolle, sondern die Schaffung von Chancen für das wirtschaftliche Fortkommen und die soziale Integration von Immigranten und ihren Nachkommen ist. In absehbarer Zukunft werden Einwanderer weiterhin in großer Zahl zu uns kommen. Sollten die Grenzen geschlossen werden, so werden sich diese Menschen wohl illegal Einreise verschaffen – die wirtschaftlichen Anreize dafür sind sowohl in den Herkunfts- wie in den Bestimmungsländern einfach zu groß. Es ist jedoch eine offene Frage, ob die Einwanderer in den Empfangsländern als vollgültige Mitglieder akzeptiert werden.

Die amerikanische Gesellschaft könnte, trotz all ihrer Mängel, ein Modell dafür bieten, wie Immigranten und ihre Kinder gedeihen und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Sogar die Vorstellungen davon, was es heißt, Amerikaner zu sein, haben sich mit jeder neuen Einwanderungswelle erweitert. Das Bewusstsein dieser Geschichte könnte helfen, die gegenwärtige Debatte über die Bedeutung heutiger und künftiger Immigration auch in anderen Gesellschaften zu erhellen.

Der Autor beendete diesen Artikel als Bixby Visiting Scholar des Population Reference Bureau in Washington, D.C.

Referenzen

[1] Mittellosen Einwanderern wurde die Schiffspassage nach Amerika bezahlt, dafür mussten sie im Tausch bei freier Kost, Kleidung und Logis in der Regel sieben Jahre für den amerikanischen Auftraggeber arbeiten. (A.d.Ü.)

[2] Vgl. Pyong Gap Min (ed.), Mass Migration to the United States. Classical and Contemporary Periods, Walnut Creek (CA) 2002; Alejandro Portes and Ruben Rumbaut, Immigrant America: A Portrait, Berkeley 1996.

[3] Vgl. Campbell Gibson, “The Contribution of Immigration to the Growth and Ethnic Diversity of the American Population”, in: Proceedings of the American Philosophical Society, 136 (1992), 157-175, 165.

[4] Vgl. Barry Edmonston and Jeffrey Passell (eds.), Immigration and Ethnicity: The Integration of America¹s Newest Arrivals, Washington, D.C., 1994, 61.

[5] Vgl. Digby E. Baltzell, The Protestant Establishment: Aristocracy and Caste in America, New York 1964.

[6] Vgl. John Higham, Strangers in the Land: Patterns of American Nativism, 1860-1925, Erstveröfftl. 1950, New Brunswick 1988.

[7] Vgl. Campbell Gibson e.a., “Historical Census Statistics on Population Totals by Race, 1790 to 1990, and by Hispanic Origin, 1790 to 1990, for the United States Regions, Divisions, and States”, in: Population Division Working Paper Nr. 56, Population Division, U.S. Bureau of the Census, Washington, D.C., 2002.

[8] Vgl. Donald H. Akenson, “Why the Accepted Estimates of the American People, 1790, Are Unacceptable”, in: William and Mary Quarterly, 41 (1984), S. 102-119; Forrest McDonald and Ellen Shapiro McDonald, “The Ethnic Origins of the American People, 1790”, in: ebd., 37 (1980), S. 179-199; Thomas L. Purvis, “The European Ancestry of the United States Population, 1790”, in: ebd., 41 (1984), S. 85-101.

[9] Vgl. Thomas J. Archdeacon, Becoming American: An Ethnic History, New York 1983, S. 20.

[10] Vgl. Archdeacon, ebd., S. 81.

[11] Vgl. Roger Daniels, Coming to America: A History of Immigration and Ethnicity in American Life, New York 1991, S. 267f. Das so genannte “Know-Nothing-Movement” war eine politische Bewegung vor allem gegen katholische Immigranten, die, so der Hauptvorwurf, dem Papst und der Geistlichkeit hörig seien, die durch sie einen subversiven politischen Einfluss auf die angelsächsich-protestantisch geprägte Republik ausübten. Der Name rührt vom zunächst geheimbündlerischen Charakter der Bewegung, deren Mitglieder über ihre Existenz und Ziele (darunter Begrenzung der Einwanderung, Verleihung der Bürgerrechte erst nach 21 Jahren) Unwissenheit vorschützen sollten. Große Teile der Bewegung gingen bald in der Republikanischen Partei auf. (A.d.Ü.)

[12] Vgl. Higham, a.a.O., Kap. 1.

[13] Vgl. William Bernard, “Immigration: History of U.S. Policy”, in: Stephan Thernstrom (ed.), Harvard Encyclopedia of American Ethnic Groups, Cambridge 1980, S. 492.

[14] Vgl. Higham, a.a.O., S. 103.

[15] Vgl. Amos Hawley, “Population Density and the City”, in: Demography, 9 (1972), S. 521.

[16] Vgl. Baltzell, a.a.O., S. 111.

[17] Vgl. Higham, a.a.O.; Madwyn Allen Jones, American Immigration, 2. Aufl., Chicago 1992, Kap. 9.

[18] Vgl. David M. Reimers, Still the Golden Door: The Third World Comes to America, New York 1985, Kap. 3.

[19] Vgl. Charles Keely, U.S. Immigration: A Policy Analysis, New York 1979.

[20] Vgl. Douglas S. Massey u.a., Beyond Smoke and Mirrors: Mexican Immigration in the Era of Economic Integration, New York 2002.

[21] Vgl. Jennifer H. Lundquist, Douglas S. Massey, “The Contra War and Nicaraguan Migration to the United States”, in: Journal of Latin American Studies, 37 (2005), S. 29-53.

[22] Vgl. U.S. Bureau of the Census 2005, The Foreign-Born Population of the United States Current Population Survey – March 2004, Detailed Tables (PPL-176), unter: www.census.gov/population/www/socdemo/foreign/ppl-176.html (am 25. Juli 2006).

[23] Oscar Handlin, The Uprooted: The Epic Story of the Great Migrations that Made the American People, 2. Aufl., Boston 1973, S. 3.

[24] Vgl. Robert E. Gallman, “Human Capital in the First 80 Years of the Republic: How Much Did America Owe the Rest of the World”, in: The American Economic Review Papers and Proceedings, 67 (Febr. 1977), S. 31.

[25] Vgl. Campbell Gibson e.a., Historical Census Statistics on the Foreign Born Population of the United States: 1850 to 2000. Population Division Workpaper Nr. 81, U.S. Bureau of the Census, Washington, D.C., 2006.

[26] Vgl. Niles Carpenter, Immigrants and Their Children, Washington, D.C., 1927, S. 27.

[27] Vgl. Carpenter, ebd.; Hope T. Eldridge and Dorothy Swaine Thomas, Population Redistribution and Economic Growth, United States, 1870-1950, Philadelphia 1964, S. 206-209.

[28] Vgl. Kristi Andersen, The Creation of a Democratic Majority, Chicago 1979, S. 67ff; Baltzell, a.a.O., S. 230; Jerome M. Clubb and Howard W. Allen, “The Cities and the Election of 1928: Partisan Realignment?”, in: The American Historical Review, 74 (1969), S. 1205-1220; Carl N. Degler, “American Political Parties and the Rise of the City: An Interpretation”, in: The Journal of American History, 51 (1964), S. 41-59; Samuel Lubell, The Future of American Politics, New York 1952, S. 28.

[29] Vgl. U.S. Bureau of the Census, 1960. Subject Reports. Nativity and Parentage. PC(2)-1A, Washington, D.C.,1965, S. 8.

[30] Richard F. Hamilton, Class and Politics in the United States, New York 1972, Kap. 5.

[31] Vgl. Nancy Foner, From Ellis Island to JFK: New York¹s Two Great Waves of Immigration, New Haven 2000, S. 11; Jones, a.a.O., S. 192ff.

[32] Vgl. Paul Buhle, From the Lower East Side to Hollywood, London 2004; Neal Gabler, Ein eigenes Reich. Wie jüdische Immigranten Hollywood erfanden, Berlin 2004; Andrea Most, Making Americans. Jews and the Broadway Musical, Cambridge 2004; Gene D. Phillips, Exiles in Hollywood: Major European Film Directors in America, Bethlehem (PA) 1998; Mark Winokur, American Laughter: Immigrants, Ethnicity, and 1930s Hollywood Film, New York 1996.

[33] Vgl. Charles Hirschman, “Immigration and the American Century”, in: Demography, 42 (2005), Tabelle 4.

[34] Vgl. Most, a.a.O.

[35] Vgl. Baltzell, a.a.O.

[36] Vgl. Philip Kasinitz, “Race, Assimilaton, and ‘Second Generation’, Past and Present”, in: Nancy Foner and George Frederickson (eds.), Not Just Black and White: Historical and Contemporary Perspectives on Immigration, Race, and Ethnicity in the United States, New York 2004, S. 279.

[37] Vgl. Bernard, a.a.O., S. 492.

[38] Vgl. Jones, a.a.O., S. 228ff.

[39] Vgl. Bernard, a.a.O., S. 492f.

[40] Vgl. Richard Alba and Victor Nee, Remaking the American Mainstream: Assimilation and Contemporary Immigration, Cambridge 2003.

[41] Vgl. Stanley Lieberson, A Piece of the Pie: Blacks and White Immigrants Since 1880, Berkeley 1980.

[42] Vgl. Charles Hirschman, “Immigration, Public Policy”, in: Neil J. Smelser and Paul B. Baltes (eds.), International Encyclopedia of the Social and Behavioral Sciences, Bd. 11, Oxford 2001, S. 7221-7226.

[43] Vgl. U.S. Department of Homeland Security, Yearbook of Immigration Statistics: 2004, Washington, D.C., 2006.

[44] Vgl. Douglas S. Massey, “International Migration at the Dawn of the Twenty-First Century: The Role of the State”, in: Population and Development Review, 25 (1999), S. 303-323.

[45] Vgl. Massey u.a., Beyond Smoke and Mirrors.

[46] Vgl. Massey u.a., Worlds in Motion: Understanding International Migration at the End of the Millennium, Oxford 1998.

 

Published 11 May 2007
Original in English
Translated by Andreas Simon dos Santos
First published by Transit 32 (2006/2007) (German version)

© Charles Hirschman / Transit / Eurozine

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