Antonio Negri

Vor einem Jahr haben die Großdemonstrationen gegen den G-8-Gipfel
in Genua die Italiener jäh wachgerüttelt. Einige Monate zuvor war
die Linke hinweggefegt worden, und der mit überwältigender
Mehrheit gewählte Silvio Berlusconi bildete sich ein, er könnte
nun nach Belieben regieren. Doch Genua machte ihm einen Strich durch
die Rechnung. Die Bewegung der Globalisierungsgegner hat die Bürger
wieder mobilisiert, neue Kampfformen wurden entwickelt, die Offensive
der arbeitenden Bevölkerung geht an zahlreichen Fronten
unvermindert weiter. Paradoxerweise eröffnet der Sieg der Rechten,
indem er eine erneute gesellschaftliche Mobilisierung provoziert, die
Hoffnung auf eine Neukonstituierung der Linken und eine Umgestaltung
der Republik.

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Toni Negri discusses the significance of urban space for new forms of opposition. The city, he says, is where the “political diagonal” intersects the “biopolitical diagram” – where people’s relation to power is most pronounced. Negri’s interlocutors are involved in exploring “soft” forms of activism, urban projects that create collectivities on micro, neighbourhood levels. Negri is critical of “soft” forms, however, preferring rupture and revolution over accumulation and gradual change.