Heftbeschreibung Merkur 8/2015

11 August 2015
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Im Aufmacher des August-Hefts (Nr. 795) setzt sich der Erziehungswissenschaftler Roland Reichenbach mit dem höchst problematischen Begriff der “Bildungsferne” auseinander: Schon weil er selbst aus “bildungsfernem Haushalt” kommt, wie das dann heißt, ist er ein gebranntes Kind. Von Populismus ist viel die Rede – was genau damit gemeint sein könnte, versucht der Politologe Jan-Werner Müller zu klären. Der Dresdner Soziologe Joachim Fischer macht darauf aufmerksam, dass die sächsische Hauptstadt nicht erst mit Pegida eine ungewöhnliche Rolle unter den deutschen Städten einnimmt: Schon bei der Wiedervereinigung, der Stadtrekonstruktion und dem Gedenken an die Bombardierung stellte Dresden einen Sonderfall dar.

Ute Sacksofsky lässt in ihrer letzten Rechtskolumne die Anstrengungen, die Gender Studies auch im Recht zu etablieren, Revue passieren. In seiner Memorialkolumne berichtet Christian Demand vom Gedenktags- und Jubiläumswahn und von exemplarischen neueröffneten Museen in Deutschland. Wolfgang Martynkiewicz stellt anlässlich der Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums in München noch einmal die Frage nach der Rolle der bayerischen Hauptstadt beim Aufstieg des Nationalsozialismus. Jakob Hessing legt eine empathische Lektüre der ersten Gesamtausgabe der Werke Ernst Tollers vor.

In den Marginalien skizziert Stefan Kleie den Wandel der ideologischen Grenzverläufe in der Neuen Rechten in Deutschland. Martin Sabrow denkt über “Schattenorte” nach: Orte und Landschaften, die mit den Schatten historischer Verbrechen leben müssen. Grundsätzlicher denkt Achim Landwehr über die Dialektik von Erinnern und Vergessen nach. Martin Burckhardt schildert den Begründer des Utilitarismus Jeremy Bentham als Figur, die Selbstinszenierungskonzepte von heute präfiguriert. Und Stephan Herczeg setzt sein Journal fort.

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Published 11 August 2015

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© Merkur

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