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Genderforschung aus neuer Perspektive?

Erste und noch fragende Anmerkungen zum Neuen Maskuli(ni)smus


Es geht erneut um im öffentlich ausgetragenen Geschlechterstreit – zunehmend heftiger und kontroverser, auch aggressiver. Dabei melden sich keinesfalls nur in inter/nationalen Netzwerken organisierte Antifeministen und Antifeministinnen zu Wort, sondern immer öfter (und teilweise in Verbindung mit solchen Netzwerken) auch etablierte Wissenschaftler, die sich ihrerseits im Abwehrkampf gegen die Ergebnisse und Herausforderungen der Frauen- und Geschlechterforschung wähnen. Ihre über das akademische Feld hinaus im medialen Mainstream des Geschlechterstreits ertönenden Stimmen sind kaum mehr zu überhören und daher auch nicht mehr einfach zu ignorieren – was im Folgenden, noch vorläufig im Sinne einer beschreibenden Hinführung, in einigen Facetten dargelegt und befragt werden soll. Das Ziel einer solchen ersten Bestandsaufnahme ist es, zu einer eingehenderen Diskussion zu motivieren, da diese – gerade auch in einer Zeitschrift wie "L'Homme. Z. F. G." – dringlich geworden zu sein scheint.

1. Ein neuer männlicher Opferdiskurs – auch in der "Zeit"

An erster Stelle irritiert dabei ein eigentümlicher und offenbar lauter werdender, pauschal auf alle Männer bezogener Opferdiskurs, der ironischerweise an die oft eindimensionale Opferperspektive der frühen Frauenforschung erinnert. Dieser tut so, als hätten Geschlechterforscher/innen und Gleichstellungspolitiken diesbezüglich nicht längst differenziert und auch Ambivalenzen stark gemacht, als gäbe es keine Diskussionen um agency und Mittäterschaft von Frauen oder die von essentialistischen Modellen abzuhebende Konstruktion von Geschlecht zur Markierung und Etablierung gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Dem neuen männlichen Opferdiskurs scheint das zu komplex oder einfach nicht geeignet, um medial anzukommen; auch (Geschlechter-)Geschichte muss folglich stark vereinfacht werden.

Ein bemerkenswertes Beispiel dafür erschien im Frühjahr 2012 im Dossier der Zeit, wo der promovierte Soziologe Christoph Kucklick einen Essay mit dem Titel "Das verteufelte Geschlecht" veröffentlichte. "Als erste Epoche erzählt die Moderne keine Heldengeschichte der Männer, sondern eine Problemgeschichte", bewertete er darin den von namhaften Philosophen wie Johann Gottlieb Fichte, Adam Smith, Kant oder Hegel vorangetriebenen Geschlechterdiskurs der vergangenen 200 Jahre,[1] indem er an die Ergebnisse seiner schon 2008 unter dem Titel "Das unmoralische Geschlecht" publizierten Dissertation zur Genese und Entwicklung einer "negativen Andrologie" zwischen 1750 und 1850 anknüpfte.[2] Zur Vermittlung an eine breitere Öffentlichkeit wählte Kucklick nun jedoch einen auffallend polemischen Ton und legte wortgewaltig dar, "[w]ie wir gelernt haben, alles Männliche zu verachten" und "warum das auch Frauen schadet"[3] – auf drei langen Seiten. Ganz offensichtlich ging es ihm dabei um weit mehr als Philosophiegeschichte oder einen analytischen Beitrag zur historischen Geschlechterdebatte seit der europäischen Aufklärung, deren Einschätzung durch die "Geschlechterwissenschaften", wie er in einem Seitenhieb anmerkt, so und so einem veritablen "Irrtum" unterliege, da diese mehrheitlich davon ausgehen, dass "der Mann sich selbst zum Inbegriff des Menschlichen erklärt [habe], als überlegenes Geschlecht, rational, moralisch und fehlerlos".[4] Vor dem Hintergrund einer solchen Einschätzung ist sein Ziel ein geschlechterpolitisches, er ruft mit Emphase dazu auf, endlich von der seit etwa 1800 vorherrschenden (und damit, wie Kucklick immerhin meint, nicht von Feministinnen erfundenen) "Ideologie der bösen Männlichkeit" wegzukommen. Denn sie schreibe "dem Manne" allein "alle kalten Talente" zu, die für die Unmoral der Moderne (in Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Finanzwesen und Krieg ebenso wie im gleichermaßen verabsolutierten Bild des männlichen Vergewaltigers etc.) kennzeichnend seien – während Frauen unaufhörlich dazu aufgerufen würden, die "Rettung aus dieser Kältekammer der Männlichkeit" zu übernehmen und damit die ganze Moral aufgebürdet bekämen. Ihre Befreiung von der Last, männlich verursachte Katastrophen befrieden, das heißt immer wieder als "Trümmer-" oder "Ausputzfrauen" wirken zu müssen, sei daher ebenso im Sinne des Feminismus wie das Aufgeben der "negativen Andrologie".[5]

So weit noch, so gut? Zumindest insofern, als Kucklick in Bezug auf die dem weiblichen Geschlecht zugeschriebene Moralität ältere Analysen zur Geschlechtergeschichte der Moderne indirekt eigentlich bestätigt?[6] Und weil er, als Ausweg aus dem von ihm skizzierten Szenarium, auch die Veränderbarkeit geschlechtlich kodierter Denk- und Verhaltensweisen postuliert?[7] Oder eben doch nicht? Waren und sind Männer, unabhängig von Klasse oder Stand, Ethnizität, Religionszugehörigkeit und anderen Differenzkategorien, in der Tat alle Opfer eines hegemonialen Geschlechterdiskurses, der ihr Geschlecht "verteufelt" und ihnen jegliche nur mögliche Schuld und Gewalttätigkeit zuschreibt, vom späten 18. Jahrhundert bis heute? Abgesehen von dieser eindimensionalen, nicht nur die Ebene gesellschaftlicher Praxen völlig ausklammernden Verwendung der Kategorie Geschlecht, die hier im Dossier der "Zeit" ihren Platz gefunden hat, ist das eigentlich Beunruhigende des polemischen Essays von Christoph Kucklick, dass sich seine inhaltliche Ausrichtung im Prinzip mit jener männlichen Opferideologie deckt, die auch von einer mittlerweile bestens organisierten "antifeministischen Männerrechtsbewegung"[8] vertreten wird; es scheint sogar, als sei der Soziologe just aufgebrochen, um deren Standpunkte historisch zu unterfüttern – wozu er einige dort immer wieder lancierte Argumente dezidiert aufgreift. Seine Affinität zu den neuen "Maskuli(ni)sten" und "Maskuli(nist)innen"[9] des beginnenden 21. Jahrhunderts zeigt sich dort, wo er im Verlauf seines Essays auch beliebige Verweise auf Frauenquoten in Führungspositionen (in Russland) einsetzt und die Opferrolle von Scheidungsvätern und Jungen als primäre "Bildungsverlierer" unterstreicht. Oder wenn er die in einschlägigen Foren ebenso prominent vertretene Ansicht der von Männern wie Frauen angeblich gleich häufig ausgeübten häuslichen Gewalt strapaziert[10] – was ebenfalls darauf hinweist, dass seine (in anderer Form wenig später auch im Spiegel online positionierte[11]) Stellungnahme zum medial ausgetragenen Geschlechterstreit in einem breiteren Kontext gesehen werden muss.

2. Antifeminismen und "hate speech" im World Wide Web

Einen solchen breiteren Kontext bestätigt schon eine kurze Reise ins Internet. Dabei wird rasch deutlich, dass sich Kucklicks Essay – so historisch kundig und gebildet er sich auch geben mag – mit den genannten Themen in eine antifeministische Argumentationsstrategie einfügt. Er ist Teil eines in den letzten Jahren in der Schweiz wie in Deutschland und in Österreich und ähnlich wohl in anderen europäischen Ländern dichter gewordenen geschlechterkonservativen Backgrounds, der nicht mehr einfach zu ignorieren ist. Ausführungen dieser Art, in dieser (oder einer noch weit drastischeren) Rhetorik sind demnach wieder salonfähig geworden, weil einschlägige Männerrechtsvereine oder andere antifeministische Gruppen und Initiativen, Plattformen, Blogs und – als neueste Dimension dieser Entwicklung – eigene "Männerparteien" unermüdlich den Boden dafür aufbereiten, und zwar mit steigender Tendenz. Sie nutzen dafür intensiv das Internet und sind, ungeachtet ihrer Heterogenität, die im Einzelnen genauer zu untersuchen wäre, untereinander bestens vernetzt, auch durch gemeinsame Aktivitäten.[12] Dabei rekurrieren sie teilweise auf altbekannte, schon die Erste Frauenbewegung begleitende antifeministische Plattitüden und Feindbilder, teilweise aber auch auf neue Argumentationsmuster – insbesondere eben im Hinblick auf die durchgehend vertretene männliche Opferideologie und die dazugehörende "Berufung auf Gleichheit für die benachteiligten Männer", das heißt das Eintreten für umfassend definierte Männerrechte.[13]

Wenig verwunderlich steht daher an vorderster Stelle auch Gender Mainstreaming im Visier solcher Gruppierungen. Dieses habe den Bogen viel zu weit gespannt und damit das männliche Geschlecht per se entrechtet, und zwar in einem so gravierenden Ausmaß, dass Männer und Buben eben als primäre Opfer der bestehenden Ungleichheit zwischen den Geschlechtern gesehen werden müssten.[14] Solche Sichtweisen gipfeln darin, das Gender Mainstreaming als eines der "perfidesten politischen Instrumente[] der Moderne" zu brandmarken[15] und verbinden sich mit essentialistischen Geschlechterbildern beziehungsweise dem Wunsch nach Restaurierung einer dichotomen, "natürlichen" Geschlechterordnung (die historisch lange selbstverständlich gewesen sei); dabei wird auch zum Kampf gegen den "Staatsfeminismus" und von diesem finanzierte Frauenhäuser aufgerufen[16] oder zum Besuch internationaler "Antifeminismus-Kongresse" an für Außenstehende geheim gehaltenen Orten[17] und sogar zur anstehenden "antifeministischen Revolution".[18] Eine solche sei notwendig geworden, um die sogenannte "Femokratie", die allerorts herrschende Macht des Feminismus als "menschenfeindliche Ideologie"[19] zu entmachten und tatsächliche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu schaffen.

Dass es bei all dem jedoch kaum um Argumente und Geschlechtergerechtigkeit geht, sondern um den Versuch, den "Geschlechterkrieg" neu zu entfachen, zeigt etwa der Blick auf eine Darlegung des emeritierten deutschen Universitätsprofessors Gerhard Amendt, der – von der Familien- und Väterforschung kommend[20] – mittlerweile zu einer Schlüsselfigur des organisierten Antifeminismus geworden ist. Er lässt im Internet zahlreiche Texte dazu kursieren, in denen er nicht zuletzt gehässige Feindbilder aufbaut. Seine Hetze gegen die Allmacht des Feminismus, der "das Banner des Hasses gegen alles Männliche, das alle Frauen vereinigen sollte", erhoben habe, liest sich zum Beispiel folgendermaßen:

Den fanatischsten Feministinnen waren abgeschnittene Penisse als Symbole Frauen befreiender Macht gerade nur recht. Andere beschieden sich eher mit der um sich greifenden Mysandrie, die kein gutes Haar an Männern ließ und sie als allmächtige Täter dämonisierte. Die Mysandrie fand ein Zuhause in vielen Redaktionen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, in Zeitschriften- und Buchverlagen, besonders im Alltag der Universitäten, den Schulen und ganz besonders in der Politik – eigentlich überall, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt.[21]

Das klingt in der Tat auch hasserfüllt, nutzt drastisch die Strategie der "hate speech", die Hinrich Rosenbrock als eine der zentralen Strategien der "antifeministischen Männerbewegung" dargelegt hat.[22] Er zeigt zudem auf, dass ihre Vertreter/innen in Rhetorik und Programmatik oft eine affine Nähe zum Rechtspopulismus oder zur Neuen und in Einzelfällen sogar zur Extremen Rechten haben – bei aller auch widersprüchlichen Verschiedenheit in der Ausrichtung und Zielsetzung. Das gilt nicht nur im Hinblick auf ihr konservatives Geschlechtermodell, sondern durchaus auch im Sinne einer mitunter auffindbaren personellen Überschneidung sowie angesichts vieler homophober Positionierungen zur Homosexualität; selbst direkte oder indirekte Bezugnahmen auf eine "Volksgemeinschaft" weisen mitunter in diese Richtung, gepaart mit programmatischem Antifeminismus.[23]

Auf diesen verweisen auch jene Eigenbezeichnungen, die indirekt eine Herrschaft des Feminismus (die sogenannte "Femokratie") anprangern, einen entgegengesetzten "Maskuli(ni)smus" propagieren oder sogar entlehnte Labels wie "Gender" und "Geschlechterdemokratie" verwenden, um ein solches Programm zu lancieren – wie der unter anderem von Gerhard Amendt gegründete Männerrechtsverein agens e.V., der in Deutschland seit Januar 2010 als "Arbeitsgemeinschaft zur Verwirklichung der Geschlechterdemokratie und zur Vermeidung von Benachteiligung oder Bevorzugung aufgrund des Geschlechts" registriert ist,[24] und free.gender.de als eine Plattform, die unter dem Slogan "Raus aus den Köpfen – Genderterror abschaffen!" auftritt. Andere Namen solcher Gruppierungen, die im Netz ebenso leicht aufgefunden werden können, sind etwa MANNdat, Femokratie-Blog, wikimannia, manifold, Der Maskulist und wgvdl.com ("Wieviel 'Gleichberechtigung' verträgt das Land?") oder – besonders stark international ausgerichtet – feminismuskritik.eu. Auf ihren Websites veröffentlichen sie alle eine Unzahl von abwertenden, stark affektiv aufgeladenen Statements zu frauenpolitischen Aktivitäten und Einrichtungen sowie öffentlich diskutierten Fragen der Geschlechterdemokratie, in die sie sich zudem – eingebunden in wahre "hate communities" im Internet[25] – durch viele Postings einbringen.

3. Ein rollback oder eine notwendige Folge der Geschlechterforschung?

Alles nicht mehr als das übliche Ausmaß an antifeministischer Abwehr? Oder doch auch ein Zeichen dafür, dass die von Akteurinnen der Frauenbewegungen, staatlichen Gleichstellungseinrichtungen und feministischen Wissenschaftler/inne/n in vielerlei Facetten geleistete Analyse der (historischen) Ungleichheit zwischen wie unter Männern und Frauen heute mehr denn je auf eine massive Gegenbewegung, einen konservativen rollback stößt? Einen rollback, der gerade in Zeiten der ökonomischen Krise, sich verknappender Ressourcen und Arbeitsmöglichkeiten an Einfluss gewinnt und aktuell auffallend oft in den medialen Mainstream sickert? Das würde bedeuten, dass Gruppierungen wie die oben skizzierten ihren derzeitigen Status als "kleine, lautstarke Minderheit"[26] rasch ausbauen könnten – wohin? Oder sind Vereinigungen wie Väternotruf.de und Väter ohne Rechte, die sich – in Österreich derzeit besonders heftig diskutiert – für die automatische gemeinsame Obsorge der Eltern im Scheidungsfall einsetzen, Ausdruck einer nicht mehr reversiblen Tendenz zu einer auch aus feministischer Perspektive ja schon lange eingeforderten, paritätisch wahrgenommenen Elternschaft? Wie sind die neuen Männerparteien einzuordnen, die sich ebenfalls für Scheidungsväter stark machen, wie die im Dezember 2010 gegründete Partei Subitas in der Schweiz oder ihr österreichisches Pendant, das mit dem dezidierten Ziel des Antritts zur Nationalratswahl 2013 an die Öffentlichkeit trat? Und wie sind die mit wachsender Zahl öffentlich eingerichteten Stellen für männerpolitische Agenden zu beurteilen, zu deren Aufgabenfeld etwa die Beratung und Betreuung von (Scheidungs-)Vätern, die "Weiterentwicklung männlicher Rollenbilder", die Erstellung eines Männergesundheitsberichts, das Eintreten gegen von und an Männern und Jungen ausgeübter Gewalt beziehungsweise allgemeine "männerspezifische Anliegen" gehören?[27] Sind sie einfach die notwendige Folge einer weder auf männliche noch weibliche Opferperspektiven engzuführenden Gleichstellungspolitik und eines Verständnisses von der Wirkmacht der Kategorie Geschlecht, das sich eben nicht an biologistischen Schemata orientiert?

Auffallend ist jedenfalls, dass die zeitweiligen Kooperationen solcher Einrichtungen mit der Gleichstellungspolitik für Frauen auf vehemente Kritik aus den Reihen der antifeministischen Männerrechtsbewegung stößt, wie im Falle der international besetzen Veranstaltung "Männerpolitik. Männerpolitische Beiträge zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft", die am 22. und 23. Oktober 2012 in Berlin stattfand.[28] Schon im Vorfeld äußerte sich agens auf seiner Website äußerst negativ zu dieser als Fortbildung angelegten "geheimbündlerischen Zusammenkunft" für ausgewiesene Expert/innen und forderte einmal mehr eine eigenständige, das heißt von Frauenförderpolitik gänzlich unabhängige Politik für Männer[29] – mit Wirkung? Zu befürchten ist jedenfalls, dass sich auch in diesem Feld verstärkt Polarisierungen anbahnen und der Geschlechterstreit zunimmt.

Für die Frauen- und Geschlechterforschung ergibt sich aus dem bisher Gesagten eine besondere Herausforderung, die es meines Erachtens aufzugreifen gilt. Wie soll sie, in all ihren Ausrichtungen bis hin zu den Men Studies und zu queeren Ansätzen, auf die skizzierte antifeministische Geschlechterideologie, die immer öfter auch von führenden Zeitungen und Zeitschriften aufgegriffen wird, reagieren? Wie darauf, dass diese das akademische oder intellektuelle Feld neu (oder zurück-) zu erobern scheint – inklusive einer damit verbundenen Polemik, die insbesondere kultur- und sozialwissenschaftliche Gender-Ansätze angreift? Eine solche Tendenz ließe sich an vielen weiteren Beispielen zeigen, von Ralf Bönts breit besprochenem Buch "Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann"[30] bis hin zur heftigen Kontroverse um den sogenannten Gender Pay Gap. In Österreich war es just die linksliberale Wochenzeitschrift "Profil", die im April 2012 diese Debatte mit einer langen Titelstory anheizte, um die "Wahrheit über die Ungleichheit" zu verkünden beziehungsweise die "weit geöffnete Lohnschere" als "Mythos" zu dekonstruieren. Die Autoren Gernot Bauer und Robert Treichler durften dabei detailliert belegen – und als neue Erkenntnis propagieren –, was auch feministisch ausgerichtete Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsanalysen schon seit langem wissen: nämlich dass ein "bereinigter", auf das Einkommen von Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen bezogener Gender Pay Gap "nur" noch bei circa acht bis zehn Prozent liege. Dieser Differenz gegenüber steht der durchschnittliche, das heißt "unbereinigte", alle Formen von Erwerbstätigkeit einbeziehende Einkommensunterschied, der nach wie vor 23 bis 25 Prozent beträgt, da noch immer besonders Frauen in Teilzeitarbeit oder schlechter bezahlten Berufen und Branchen beschäftigt sind. Sattsam Bekanntes wurde hier dennoch lautstark verwendet, um staatliche Geschlechterpolitik, insbesondere in der Person der österreichischen Frauenministerin, zu kritisieren[31] – mit Kalkül?

Und wie ist dem Umstand zu begegnen, dass antifeministische Organisationen mehr denn je die Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen akademischen Einrichtungen suchen, oder zumindest verstärkt Möglichkeiten nutzen, dort aufzutreten – unter dem Deckmantel des Anliegens der wissenschaftlich fundierten Geschlechterdebatte? Das geschah etwa, als der deutsche Männerrechtsverein agens, eingeladen vom dortigen Abteilungsdirektor Jens Alber, im Juni 2011 eine Veranstaltung zu "Mann und Frau – wie soll's weitergehen?" am Wissenschaftszentrum Berlin dominierte,[32] oder wenige Monate später gemeinsam mit antifeministischen Mitstreiter/innen eine Veranstaltung des Max-Planck-Doktoranden-Netzwerkes (phd.net) zu "Dr. Papa? Männliche Biografien und Vaterschaft in der Forschung" instrumentalisierte, um die angeblich wissenschaftlich abgestützte Programmatik der Männerrechtsbewegung zu propagieren – was die meisten Anwesenden nachhaltig irritierte.[33] Dessen ungeachtet gehen solche Vereinnahmungen des akademischen Feldes weiter, auch in Form der an die Universität Düsseldorf angebundenen interdisziplinären "Männerkongresse", die dort, von der Presse breit rezipiert, seit 2010 stattfinden.[34] Der Kongress 2012 widmete sich dem zweifelsfrei äußerst diskussionswürdigen Thema "Scheiden tut weh. Elterliche Sicht der Väter und Kinder" und fand in Kooperation mit agens, aber auch unter Einbindung namhafter, in der feministischen Geschlechtergeschichte ausgewiesenen Männlichkeitsforscher statt[35] – mit welchen Zielsetzungen?

Und ist es nur Zufall, dass die Auseinandersetzung mit männlichen Opferrollen, der männlichen Verletzbarkeit gerade jetzt auch zu einem gewichtigen Thema der interdisziplinären Männer-/Geschlechterforschung zu werden scheint – nachdem ja seit langem darauf hingewiesen wird, dass auch viele Männer Opfer patriarchaler Strukturen und damit einhergehender dichotomer Geschlechterordnungen und -identitäten sind?[36] Sind solche Tendenzen eine notwendige Entwicklung, ein Aufholprozess gewissermaßen, müssen Geschlechterverhältnisse zukünftig noch stärker als bislang unter Einschluss männlicher Ungleichheiten beschrieben werden? Ist das mehr denn je unabdingbar im Konzept einer Geschlechterforschung, die Männlichkeit/en und Weiblichkeit/en gleichermaßen in den Blick zu nehmen hat, von der steten Variabilität, der Fluidität der relationalen Kategorie Geschlecht ausgeht und die dichotome Polarisierung in männliche Täter- und weibliche Opferschaft längst hinter sich gelassen hat?

In den folgenden Ausgaben von "L'Homme" werden wir in der Rubrik "Aktuelles und Kommentare" solche Fragen aufgreifen, eine solche Debatte führen. Fortgesetzt wird sie im nächsten Heft zunächst von Rolf Pohl, der die Ideologeme und politischen Strategien der antifeministischen Männerrechtsbewegung in Deutschland darlegen wird.

 

  • [1] Christoph Kucklick, Das verteufelte Geschlechte, in: Die Zeit, 16, 12.4.2012, Dossier, 15-17, 16.
  • [2] Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht. Zur Geburt der Negativen Andrologie, Frankfurt a.M. 2008. Den Titel entlehnte der Autor – wohl bewusst provozierend – in Abwandlung der 1987 erstmals erschienenen Studie von Lieselotte Steinbrügge, Das moralische Geschlecht. Theorien und literarische Entwürfe über die Natur der Frau in der französischen Aufklärung, Weinheim u.a. 1987 (2. Auflage Stuttgart 1992).
  • [3] So der Untertitel von Kucklicks Essay in der Zeit.
  • [4] Kucklick, Das verteufelte Geschlecht, wie Anm. 1., 15.
  • [5] Kucklick, Das verteufelte Geschlecht, wie Anm. 1, 15.
  • [6] Vgl. Steinbrügge, Geschlecht, wie Anm. 2, sowie für das sozialtheoretische und -philosophische Denken der Moderne, in dem Frauen als Schutz gegen das Verhängnis einer von Männern gestalteten Welt in Stellung gebracht wurden: Barbara L. Marshall u. Anne Witz Hg., Engendering The Social. Feminist Encounters with Sociological Theory, Maidenhead/New York 2004; Claudia Honegger, "Weiblichkeit als Kulturform". Zur Codierung der Geschlechter in der Moderne, in: Max Haller, Hans-Joachim Hoffmann-Nowotny u. Wolfgang Zapf Hg., Kultur und Gesellschaft, Frankfurt a.M./New York 1989, 142-155. Für den Hinweis danke ich Caroline Arni.
  • [7] "Geschlechterverhalten entsteht nicht durch Hormone, es entsteht durch Worte", schreibt er an anderer Stelle seines Essays: Kucklick, Das verteufelte Geschlecht, wie Anm. 1, 17.
  • [8] Vgl. für Deutschland und die Schweiz: Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung. Eine Expertise für die Heinrich-Böll-Stiftung von Hinrich Rosenbrock, hg. von der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin 2012; downloadbar unter www.boell.de/publikationen.
  • [9] Maskulismus oder Maskulinismus und entsprechende Ableitungen finden sich – gleichwohl mit verschiedenen inhaltlichen Konnotationen – als Selbstbezeichnung für Anhänger/innen der Männerrechtsbewegung bzw. des Antifeminismus auch synonym verwendet.
  • [10] Zitiert wird in diesem Zusammenhang immer wieder die Studie von Peter Döge, Männer – Die ewigen Gewalttäter? Gewalt von und gegen Männer in Deutschland, Wiesbaden 2011. Vgl. dazu kritisch: antjeschrupp.com, Zugriff: 23.8.2012.
  • [11] Christoph Kucklick, Der Mann, das Tier, in: Spiegel online, 23.4.2012, unter www.spiegel.de, Zugriff: 23.8.2012.
  • [12] Vgl. Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 8, 37-123.
  • [13] Vgl. Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 8, 21. Richtungsweisend zum historischen Antifeminismus in Deutschland: Ute Planert, Antifeminismus im Kaiserreich. Diskurs, soziale Formation und politische Mentalität, Göttingen 1998.
  • [14] In diese Richtung argumentiert, als Anhängerin der antifeministischen Männerrechtsbewegung, auch Monika Ebeling, Die Gleichberechtigungsfalle, Freiburg i. Br. 2012.
  • [15] free-gender.info, Zugriff: 23.8.2012.
  • [16] Besonders vehement vorangetrieben wird das etwa von der in der Schweiz angesiedelten Interessensgemeinschaft Antifeminismus – IGAF, die sogar die Adressen von Frauenhäusern veröffentlicht hat und – wiederum unter Bemühung der Rede von der angeblich geschlechtsneutralen häuslichen Gewalt – deren gänzliche Abschaffung fordert; vgl. www.antifeminismus.ch, Zugriff: 27.8.2012.
  • [17] Der dritte solche Kongress war für den 3. November 2012 nahe Zürich angekündigt; vgl. www.igaf.ch, Zugriff: 27.8.2012.
  • [18] Vgl. das inhaltlich zwar höchst diffuse, von der gewählten Hassrhetorik her jedoch umso schockierendere "antifeministische Manifest" unter www.revolucionantifeminista.org, Zugriff: 27.8.2012.
  • [19] So Hannes Hausbichler, Agitator und Vizeparteichef der österreichischen Männerpartei, in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Profil" am 1.8.2012; vgl. www.profil.at, Zugriff: 27.8.2012.
  • [20] Vgl. insbes. seine zum Klassiker der Väterrechtsbewegung gewordene Studie: Gerhard Amendt, Scheidungsväter. Wie Männer die Trennung von ihren Kindern erleben, Frankfurt a. M. 2006.
  • [21] Gerhard Amendt, Individuelle Freiheit oder kollektivistischer Feminismus (Mai 2012), 1, downloadbar unter ">agensev.de, Zugriff: 27.8.2012.
  • [22] Vgl. Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 8, 42-46.
  • [23] Vgl. Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 8, 124-133.
  • [24] Vgl. Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 8, 86-99.
  • [25] Darauf weist auch Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 6, 44, hin.
  • [26] Rosenbrock, Männerrechtsbewegung, wie Anm. 8, 8.
  • [27] Das sind Bausteine des Programms der "männerpolitischen Grundsatzabteilung" im damaligen österreichischen Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen, die 2000, unmittelbar nach dem Antritt der damaligen rechtskonservativen Regierungskoalition, eingerichtet wurde.
  • [28] Diese Veranstaltung wurde – auch unter Beteiligung von Soziolog/innen aus dem Feld der Männlichkeitsforschung – vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem österreichischen Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz durchgeführt.
  • [29] Vgl. http://agensev.de/aktuelles/konferenz-gleichgestellter-maennerpolitik/, Zugriff: 27.8.2012.
  • [30] Erschienen im Februar 2012 in München, löste dieses Buch bereits große – auch sehr zustimmende – Resonanz und eine mediale Berichterstattung in führenden Zeitungen und Zeitschriften, von der FAZ über Spiegel online, aus.
  • [31] Vgl. Gernot Bauer u. Robert Treichler, Löhne: Die Wahrheit über die Ungleichheit, in: Profil, 14, 2.4.2012, 16-23, auch unter www.profil.at, Zugriff: 23.8.2012.
  • [32] Vgl. Arn Sauer, Das Schweigen der Männer – viel Lärm um nichts, abrufbar unter www.gwi-boell.de, Zugriff: 23.8.2012.
  • [33] Vgl. Lucas Müller, Tumult im Hause Planck. Eine verschenkte Debatte, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21, 25.1.2012, S. N5.
  • [34] Der erste dieser Kongresse behandelte das Thema "Neue Männer – muss das sein? Über den männlichen Umgang mit Gefühlen"; vgl. www.maennerkongress2010.de.
  • [35] Vgl. das Programm unter www.maennerkongress2012.de.
  • [36] Vgl. die Jahrestagung 2012 von Aim Gender. Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung – Kultur-, Geschichts- und Sozialwissenschaften zu "Männer als Täter und als Opfer – zwischen Verletzungsmacht und Verletzungsoffenheit"; unter www.fk12.tu-dortmund.de.


Published 2013-03-20


Original in German
First published in L'Homme 2/2012 (German version)

Contributed by L'Homme
© Christa Hämmerle
© Eurozine
 

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Earlier civil disobedients hinted at our increasingly global condition. Snowden takes it as a given. But, writes William E. Scheuerman, in lieu of an independent global legal system in which Snowden could defend his legal claims, the Obama administration should treat him with clemency. [more]

Literature     click for more

Olga Tokarczuk
A finger pointing at the moon

http://www.eurozine.com/articles/2014-01-16-tokarczuk-en.html
Our language is our literary destiny, writes Olga Tokarczuk. And "minority" languages provide a special kind of sanctuary too, inaccessible to the rest of the world. But, there again, language is at its most powerful when it reaches beyond itself and starts to create an alternative world. [more]

Piotr Kiezun, Jaroslaw Kuisz
Literary perspectives special: Witold Gombrowicz

http://www.eurozine.com/articles/2013-08-16-kuisz-en.html
The recent publication of the private diary of Witold Gombrowicz provides unparalleled insight into the life of one of Poland's great twentieth-century novelists and dramatists. But this is not literature. Instead: here he is, completely naked. [more]

Literary perspectives
The re-transnationalization of literary criticism

http://www.eurozine.com/comp/literaryperspectives.html
Eurozine's series of essays aims to provide an overview of diverse literary landscapes in Europe. Covered so far: Croatia, Sweden, Austria, Estonia, Ukraine, Northern Ireland, Slovenia, the Netherlands and Hungary. [more]

Debate series     click for more

Europe talks to Europe

http://www.eurozine.com/comp/europetalkstoeurope.html
Nationalism in Belgium might be different from nationalism in Ukraine, but if we want to understand the current European crisis and how to overcome it we need to take both into account. The debate series "Europe talks to Europe" is an attempt to turn European intellectual debate into a two-way street. [more]

Conferences     click for more

Eurozine emerged from an informal network dating back to 1983. Since then, European cultural magazines have met annually in European cities to exchange ideas and experiences. Around 100 journals from almost every European country are now regularly involved in these meetings.
Law and Border. House Search in Fortress Europe
The 26th European Meeting of Cultural Journals
Conversano, 3-6 October 2014

http://www.eurozine.com/comp/conversano2014.html
Eurozine's 2014 conference in southern Italy, not far from Lampedusa, addressed both EU refugee and immigration policies and intellectual partnerships across the Mediterranean. Speakers included Italian investigative journalist Fabrizio Gatti and Moroccan feminist and Nobel Peace Prize nominee Rita El Khayat. [more]

Multimedia     click for more

http://www.eurozine.com/comp/multimedia.html
Multimedia section including videos of past Eurozine conferences in Vilnius (2009) and Sibiu (2007). [more]


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