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Unshakeable knowledge of what is good

"Free Speech Debate" hears the call from Istanbul loud and clear: "participatory democracy or bust!"; "Schweizer Monat" demands an end to quibbling over the future of Europe; "L'Espill" ponders the crisis of television; "Esprit" notes that Marseille Capital of Culture 2013 is struggling to shake off its shabby image; "Gegenworte" sees science get a bad press in the media's handling of prominent plagiarizers; "Glänta" celebrates twenty years of publishing, or not...; "Dilema veche" appeals for the kind of basic trust that allows society to advance; "Akadeemia" contemplates life with neither nation nor home; and "Revolver Revue" advises the Czech president to read something lighter than Karel Capek's "Apocryphal Tales". [ more ]

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"Free Speech Debate" hears the call from Istanbul loud and clear: "participatory democracy or bust!"; "Schweizer Monat" demands an end to quibbling over the future of Europe; "L'Espill" ponders the crisis of television; "Esprit" notes that Marseille Capital of Culture 2013 is struggling to shake off its shabby image; "Gegenworte" sees science get a bad press in the media's handling of prominent plagiarizers; "Glänta" celebrates twenty years of publishing, or not...; "Dilema veche" appeals for the kind of basic trust that allows society to advance; "Akadeemia" contemplates life with neither nation nor home; and "Revolver Revue" advises the Czech president to read something lighter than Karel Capek's "Apocryphal Tales".

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Die notwendige Verbindung zwischen Hier und Dort

Nur wer sich die Freiheit nimmt, über Grenzen zu gehen, begegnet dem anderen - aber für manche Menschen sind Grenzen unpassierbar

Wir erleben Grenzen nicht als Zeichen und Momente des Nichtmöglichen, sondern als Orte des Übergangs und des Wandels. In der echten Beziehung[1] erfordert die gegenseitige Beeinflussung der Identität eine wirkliche Autonomie aller individuellen oder kollektiven Identität. Eine so verstandene Beziehung bedeutet nicht Verwirrung oder Auflösung. Ich kann mich im Austausch mit dem anderen verändern, ohne mich dabei zu verlieren oder zu verfälschen. Deshalb brauchen wir Grenzen, nicht damit sie uns aufhalten, sondern damit wir die Freiheit haben, uns von uns selbst weg und zum anderen hin zu bewegen, damit wir das Wunderbare des Diesseitigen spüren.

Cultural citizenship


The concept of cultural citizenship responds to the multicultural context of contemporary societies, in which the concern with equality is increasingly being complemented with a concern with difference. Eurozine groups together texts articulating issues central to the concept. [ more ]
Eurozine Editorial
Cultural citizenship
Gerard Delanty
Citizenship as learning process
Rainer Bauböck
Who are the citizens of Europe?
Ivaylo Ditchev
Mobile citizenship?
Ivaylo Ditchev
Utopia of freedom or reality of submission?
António Sousa Ribeiro
The reason of borders or a border reason?
Rada Ivekovic
Tranborder translating
Edouard Glissant
The necessary relation between here and there
Charles Taylor
Democratic exclusion -- and its consequences
Leonardo Avritzer, Boaventura de Sousa Santos
Towards widening the democratic canon
Axel Honneth
Justice and communicative freedom
Axel Honneth, Krassimir Stojanov
Racism as a defect of socialization
Per Wirtén
Free the nation -- cosmopolitanism now!
José Manuel Pureza
Towards a post-Westphalian Internationalism
Es ist nicht einfach, sich an die Stelle von Menschen zu versetzen, die wirkliche Niederlagen und Tränen ertragen mussten. Aber wir können die Orte unserer Leiden und Niederlagen zu Orten der Verheißung machen, können insofern auch die Grenze zu Orten überschreiten, an denen andere menschliche Gemeinschaften gelitten und ausgeharrt haben, und können den Lobpreis und die Pracht dieser Orte begreifen. Zwischenstaatliche Grenzen ohne Zwänge und bürokratische Schikanen zu überqueren, ist angenehm. Wie selbstverständlich kommt man aus der Atmosphäre Marokkos in die Atmosphäre Algeriens, vom französischen zum spanischen Lebensgefühl, von der Luft, die wir in Savoyen atmen, zur Luft der Toskana ("Ist es noch weit bis zur Toskana?"), von den blauen Wüsten Perus zu den ockerfarbenen in Chile. Als wäre man ein Gewand losgeworden, von dessen Existenz man nichts wusste, erfüllt von einem Vorgeschmack auf das, was kommen wird. Die Grenze ist eine Einladung, die Unterschiede zu genießen, sie macht die Abwechslung zum Vergnügen.

Kommen wir nun jedoch auf die Menschen zurück, denen diese Freude verwehrt ist: zu den ausgesperrten Migranten. Versuchen wir zu erfassen, wie schwer und schrecklich dieses Verbot auf ihnen lastet. Eine Grenze zu übertreten ist ein Privileg, das niemandem versagt sein sollte, mit welcher Begründung auch immer. Grenzen sind da, damit wir uns daran freuen, auf die andere Seite zu gelangen, die Unterschiede in uns aufzusaugen und sie gemeinsam zu erleben. Wenn Not und Elend Menschen zwingen, welche Grenze auch immer zu verletzen, dann ist das genauso skandalös wie die Hintergründe dieses Elends.

Nach der langen, dramatischen Jagd auf illegale Migranten in Europa - England, Frankreich, Spanien und Italien, jedes noch so winzige Fürstentum hat sich zum Mitmachen bewegen lassen - zeigte ein Fernsehsender Anfang 2006 ein paar Illegale, die mit Gewalt nach Mali zurückgebracht worden waren. Einer von ihnen hat dort, mitten in der Wüste, auf einem ungenutzten Gelände eine Installation geschaffen, an der die Kinder des Ortes lernen, was es heißt, eine Grenzsperre überwinden zu wollen. Da steht ein verrosteter, verbogener Gitterzaun, der eher auf das Vorhandensein eines Gartens hindeutet, als dass er ihn tatsächlich beschützen könnte. Und dieser Zaun ist übersät mit menschlichen Gestalten, klein wie Fliegen, es sieht aus, als würde das Gitter sie auffressen, darunter winzige zerfetzte Verletzte, die versuchen, über diese unermessliche Höhe hinüberzuklettern. Die Kamera macht einen Schwenk vom Sand in der Umgebung auf die Gesichter der Kinder, auf die ruhigen Bewegungen des Mannes, der die Installation zeigt.

Ich hätte mir dieses Kunstwerk, dieses Exempel einer wirklichkeitsnahen Geschichtsschreibung gern aus nächster Nähe und lange angesehen, aber die Kamera schwankt und wackelt. Mit der Kamera gelingt es eben nicht immer, die magische Spur, die elementare Kraft oder auch die geheime Verbundenheit zu erfassen. Eine Installation, die keine ist, das Gitter klappert im heißen Wind, dies ist wirklich keine Kunst im buchstäblichen Sinn. Sie öffnet ausnahmsweise den Raum um uns herum, sie wendet sich dem Flüchtigen zu und der vernünftigen Regellosigkeit allen Bluts unter der Sonne. Da spricht der Mann, der die Installation aufgebaut hat, seelenruhig nicht zu den Kindern, die es schon wissen, sondern in die Kamera, dass er es wieder tun werde, er könne einfach nicht mit leeren Händen in sein Dorf zurückkehren, er werde es wieder versuchen, er habe keine Angst vor dem Tod, schließlich seien auch die mit menschlichem Fleisch gespickten Stacheldrahtzäune nicht unüberwindlich.

Deshalb berührt uns der Anblick von Häfen, ob sie (wie das westafrikanische Gomée) einst Sklavenumschlagplatz waren oder nicht, und auch Grotten, Höhlen, Zellen, unüberwindliche Ferne und ausweglose Enge, Orte, unter denen du leidest, und Orte, von denen du nichts weißt, die namenlosen und die herausragenden, Auschwitz und das Nichtmitteilbare, Gorée, Robben Island, das Fort de Joux und die Höhle von Tjibaou, Saint Pierre auf Martinique und alle Vulkane des amerikanischen Kontinents, die Osterinsel, Zentrum des Unfasslichen, Matouba in Asche, die von Zuckerrohr umstellte Plantage, Karthago und das schwarze Salz, der Bauch der Sklavenschiffe, die Salzsteuer und das rote Salz, Hiroschima und Nagasaki, die Smala von Abdelkader und die Große Mauer, so unerreichbar und lang, und die Zelle des Sokrates, die Bibliothek von Timbuktu, New Orleans und die Wirbelstürme auch vor "Katrina", die Pestizide, durch die Bananenstauden für immer ungenießbare Früchte tragen, und der Vulkan Empedokles, die Favelas, die sich überall auf der Welt häufen, der Handel mit den Feuern der Sahara und der Wüsten des Ostens, die Garotte Atahualpas, Kirke im nebligen Schlund des Vergessens, Lissabon und San Francisco mit ihren Erdbeben, Atlantis, Bagdad, der Styx und für mich die Agonie des Lézarde-Flusses. Aber Sie können noch lange so weiterreden, Sie werden das Ende der Spur nie erreichen.

In gewisser Weise ist ein Hafen eine Höhle, mit seinen Becken und seiner Enge. Es gibt keinen Ort, der uns so nah und so fern ist wie ein Hafen, vielleicht nur ein Felsblock oder eine Reihe von Felsen im Meer, oder ein Gulag am Ende eines Schneefelds gelegen wie ein eigener, unzugänglicher Kontinent, oder eine Goldmine unter freiem Himmel in Brasilien. Warum wollen Sie Leute, die vergessen haben, zwingen, sich zu erinnern, wenn Sie selbst nicht genügend Atem haben, um in unsere gemeinsame Höhle hineinzugelangen und durch sie hindurchzugehen, oder Ihnen die freundliche Unbedarftheit fehlt, in der Ferne alles miteinander zu vermengen. Wir alle müssen uns zusammen erinnern, unsere Gedächtnisse nehmen aneinander teil wie ein Wurzelgeflecht, ein Rhizom. Häfen sind die offenen Grenzen der Fantasie.

Diese Häfen und diese Grenzen, die Isthmen, Passagen, Meerengen, Deltas glauben wir in den Legenden und Geografien der Träume von Riesen bewacht, denn der Riese überblickt beide Seiten der Grenzlinie, er erfasst sowohl die Identität des Hier als auch die des Dort, er begreift ihre notwendige Verbindung und bewahrt und verteidigt ihre notwendige Besonderheit. In den meisten Mythen ist der Riese gut, weil er alles begreifen kann, beiderseits der Grenze. So wie die Figuren der Anabell Guerrero. Sie sind mit den kleinen Dingen ihres Alltags beschäftigt und schauen dabei in die Ferne, über die Schranke oder das Gitter oder die Sperre der Grenze hinweg. Sie sind keine Insignien, die etwas Gewaltiges bezeichnen, sondern Wegweiser zur echten Beziehung.


 

  • [1] Für Glissant beinhaltet Beziehung eine Spannung, aber auch die innere Verbindung zwischen den Menschen in den Ländern des Nordens und des Südens, ehemaligen Kolonisten und ehemals Kolonisierten, zwischen den reichen und den armen Ländern auf der Welt [Anm. d. Ü.].


Published 2006-10-20


Original in French
Translation by Beate Thill (aus dem Französischen)
First published in Le Monde diplomatique (Berlin) 10/2006

Contributed by Le Monde diplomatique (Berlin)
© Edouard Glissant/Le Monde diplomatique (Berlin)
© Eurozine
 

Time to Talk     click for more

Time to Talk, a network of European Houses of Debate, has partnered up with Eurozine to launch a new online platform. Here you can watch video highlights from all TTT events, anytime, anywhere.
Robert Skidelsky
The Eurozone crisis: A Keynesian response

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Political economistst and Keynes biographer Robert Skidelsky explains the reasons for the failure of the current anti-crisis policy and how Europe can start to grow again. Listen to the full debate organized by Krytyka Polityczna. [more]

Norman Davies, Luuk van Middelaar
Forgotten Kingdoms

http://www.eurozine.com/timetotalk/forgotten-kingdoms/
Norman Davies discusses the hidden history of Europe with Luuk van Middelaar, adjudging our present political superstructures according to the standards proved by the past. Video highligthts from a deBuren debate. [more]

Focal points     click for more

Arrivals/Departures: European harbour cities

http://www.eurozine.com/comp/focalpoints/harbourcities.html
Harbour cities develop distinct modes of being that not only reflect different cultural traditions and political and social self-conceptions, but also contain economic potential and communicate how they see themselves as part of the larger structure that is "Europe". [more]

The EU: Broken or just broke?

http://www.eurozine.com/comp/focalpoints/eurocrisis.html
Brought on by the global economic recession, the eurocrisis has been exacerbated by serious faults built into the monetary union. Contributors discuss whether the EU is not only broke, but also broken -- and if so, whether Europe's leaders are up to the task of fixing it. [more]

European histories (2): Concord and conflict

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Broadening the question of a common European narrative beyond the East-West divide. How are contested interpretations of historical and recent events activated in the present, uniting and dividing European societies? [more]

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Editor's choice     click for more

Gilles Lipovetsky, Mario Vargas Llosa
"Proust is important for everyone"

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In conversation with the sociologist Gilles Lipovetsky, novelist and Nobel laureate Mario Vargas Llosa discusses the relative merits of "high" and "mass" culture in the contemporary world. [more]

Ivan Krastev
The transparency delusion

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Disillusionment with democracy founded on mistrust of business and political elites has prompted a popular obsession with transparency. But the management of mistrust cannot remedy voters' loss of power and may spell the end for democratic reform. [more]

Klaus-Michael Bogdal
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Social segregation, cultural appropriation: the six-hundred-year history of the European Roma, as recorded in literature and art, represents the underside of the European subject's self-invention as agent of civilizing progress in the world, writes Klaus-Michael Bogdal. [more]

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Nationalism in Belgium might be different from nationalism in Ukraine, but if we want to understand the current European crisis and how to overcome it we need to take both into account. The debate series "Europe talks to Europe" is an attempt to turn European intellectual debate into a two-way street. [more]

Literature     click for more

Steve Sem-Sandberg
Even nameless horrors must be named

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Eurozine emerged from an informal network dating back to 1983. Since then, European cultural magazines have met annually in European cities to exchange ideas and experiences. Around 100 journals from almost every European country are now regularly involved in these meetings.
Arrivals/Departures: European harbour cities as places of migration
The 24th European Meeting of Cultural Journals
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Harbour cities as places of movement, of immigration and emigration, inclusion and exclusion, develop distinct modes of being that communicate how they see themselves as part of the structure that is "Europe". The 2012 Eurozine conference explored how European societies deal variously with the cultural legacy of the "harbour city". [more]

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Multimedia section including videos of past Eurozine conferences in Vilnius (2009) and Sibiu (2007). [more]


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