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The euro crisis: Central European lessons

Central European responses to the euro crisis have been marked by a total absence of regional solidarity, writes Jacques Rupnik. Differing national situations explain varying perceptions of the crisis' risks and remedies and can be seen in terms of political lessons learned. [French version added] [ more ]

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Sudden and slow-acting poisons

"Mittelweg 36" re-reads Jean Améry on torture; "Free Speech Debate" takes on hate speech laws and superinjunctions; "Esprit" enters the French debate on incest; "New Humanist" says rationalism won't stop witch hunters; "Merkur" makes the case for binding quotas for women; "Wespennest" calls for more women essayists; "Osteuropa" considers the future of European security; "Lettera internazionale" decolonizes the European mind; and "Sarajevo Notebook" seeks out the golden oldies of Roma pop.

18.04.2012
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Not a Prospero in sight

21.03.2012
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To hell in a handbasket

07.03.2012
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There's no neutrality of living



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Post aus Ozeanien


Einzige Bedingung der Teilnahme an der deutsch-ozeanischen Journalistenbegegnung in Berlin, die von der Internetseite www.muschelsucher.de organisiert und von der Bundeskulturstiftung finanziert wurde, war es, daß jeder der Teilnehmer einen möglichst spontanen und unmittelbaren Bericht von seinen Eindrücken verfassen und in seiner Heimat publizieren sollte.[1] Diese mal tagebuchartig, mal essayistisch angelegten Darstellungen der Kollegen aus Neuseeland, Australien, Neuguinea, den Philippinen und anderen Ländern des Pazifischen Ozeans werden allesamt in deutscher Übersetzung auf die Seite des Muschelsuchers gestellt, aber auch von der Bundeskulturstiftung als Computerinstallation in den Ausstellungsräumen des Bundestages im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus präsentiert, wo die Besucher sie sich, wie es heißt, kritisch aneignen und sie kommentieren können.

Die Ausstellung der Reportagen in einer Galerie solle auf den "Konstruktcharakter auch der journalistischen Sprache" hinweisen, wurde uns gesagt, und so auch einen "verfremdenden Blick auf den fremden Blick" erlauben. Ob das ernst gemeint ist oder nur die Verwendung von Mitteln aus dem Kulturhaushalt für eine Reise von Nichtkünstlern nach Deutschland rechtfertigen sollte, vermag ich nicht zu sagen; ich würde mich aber freuen, wenn diese meine Frage zumindest in der Installation stehen bleiben könnte.

Jedenfalls bin ich glücklich und stolz, daß ich dabeisein durfte und immerhin für ein paar berauschende Tage endlich Deutschland, das Land meiner Vorfahren, kennenlernen konnte. Mein Herkunftsland sind nämlich die Nördlichen Marianen, eine von den Portugiesen im 16. Jahrhundert entdeckte und von den Spaniern im 17. eroberte Inselgruppe zwischen Japan und Guam, die 1899 nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von Spanien ans Deutsche Reich verkauft wurde. Für fast zwei Jahrzehnte regierte eine deutsche Verwaltung unser kleines Inselreich! Sie hinterließ nur wenige Spuren, darunter aber immerhin ein paar Familien, in denen sich die Kenntnis der deutschen Sprache vererbt hat. Die Marianen wurden den Deutschen 1918 weggenommen, sie gingen zuerst an Japan, dann, nach dem Zweiten Weltkrieg, an die Uno, in Wirklichkeit aber an die Vereinigten Staaten. Seit 1978 sind wir halb selbständig, wählen uns Repräsentantenhaus, Senat und Gouverneur selbst, bezahlen mit Dollars, aber unser Staatsoberhaupt ist nach wie vor der Mann in Washington, den wir allerdings nicht mitwählen dürfen. Wir sind eins der allerkleinsten Länder der Welt – 477 Quadratkilometer und achtzigtausend Einwohner –, ein zum Äquator senkrechter Streifen von winzigen Inseln, verloren in den Weiten des Ozeans; wir leben von amerikanischen Touristen, die Bevölkerung ist überwiegend polynesisch, kaum jemand bei uns spricht ausschließlich englisch. Meine Zweitsprache ist das Deutsche, denn ich stamme von einem deutschen Kaufmann ab, der 1905 auf die Hauptinsel Saipan kam, eine Eingeborene heiratete und nach 1918 dort blieb. Mein Urgroßvater stammte aus Schlesien und hatte kurz nach der Jahrhundertwende im Kartoffelhandel pleite gemacht. Auf Saipan, wo er einen Kolonialwaren-Export-Import aufbaute, war er erfolgreicher. Er und sein Sohn verlegten sich später auf die Hotellerie. Noch heute gehört einem meiner Cousins das erste Haus am Platz in Saipan.

Ich arbeite seit zwanzig Jahren bei den Daily News in Saipan, wo wir heute wenig mehr zu tun haben, als die Weltnachrichten aus dem Internet zu kopieren und ein paar lokale Geschichten anzuhängen. Doch mein Metier ist das Reportagefach. Ich schreibe dies alles so ausführlich auf, weil unsere deutschen Gastgeber, vor allem Yves Troches vom Muschelsucher, uns ausdrücklich aufgefordert haben, unseren persönlichen Hintergrund aufscheinen zu lassen, damit die deutschen Leser den Brechungswinkel der jeweiligen Linse für den "fremden Blick" kennenlernen können.

Liebe deutsche Leser, hier spricht also eine Art Landsmann zu Euch, allerdings einer, der ein bißchen aus Raum und Zeit gefallen ist. Vom heutigen Deutschland wußte ich vor unserer Reise fast gar nichts – ja, der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung hatten auch uns erreicht –, aber ich habe ein paar ältere deutsche Bücher herumstehen, sogar Geschichtsbücher und Gedichtbände. Unser ganzer Stolz ist eine Seekriegsflagge des Deutschen Reiches, die heute in der Lobby unseres Hotels die Blicke auf sich zieht. Ich kann verstehen, was die Leute auf der Straße reden, das war die freudigste Überraschung auf unserer Journalistenreise. Wegen dieser im Pazifischen Ozean unüblichen Sprachkenntnisse wurde ich noch im Flugzeug von Singapur nach Frankfurt zum Sprecher unserer fünfzehnköpfigen Journalistengruppe gewählt. So war ich es, der bei unserem Empfang im Kanzleramt Frau Merkel die Hand schütteln durfte. Was für ein Abenteuer!

Doch der Reihe nach. Von Frankfurt wurden wir in einem Hochgeschwindigkeitszug innerhalb von drei Stunden nach Berlin geschossen, durch ein erstaunlich grünes Land, hinter dessen Hügeln immer wieder Fernsehtürme und lange Reihen weißer Windräder auftauchten. Ich erkannte diese sanften Landschaften wieder aus einer Jugendstilausgabe von Grimms Märchen, die sich bei uns daheim erhalten hat, aber die vielen Windräder ließen die verzauberten Gegenden aussehen wie den Schauplatz eines Spielberg-Films mit Außerirdischen. Der Berliner Hauptbahnhof, an dem wir ausstiegen, war erst wenige Wochen zuvor eröffnet worden, so berichtete es uns Yves Troches, der uns fortan begleitete und dafür sorgte, daß wir unseren vollgepackten Terminplan einhielten. In Wahrheit ist der Berliner Hauptbahnhof ein riesiges mehrstöckiges Kaufhaus aus Glas, durch das ein paar Bahngleise führen. Enorme Menschenmassen wälzten sich an Jeans- und Sportläden, Presseshops – wie viele Zeitungen Europa hat! –, Supermärkten und vor allem Imbissen vorüber. Es gibt deutsche Bratwürste, aber auch Sushi, eine Austernbar mit Champagner, Fish-und-Chips-Läden, Burger-Stationen, Nahrung in allen Variationen.

Vor dem Bahnhof tritt man ans Ufer der Spree und umfaßt mit einem Blick das Regierungsviertel, den Amtssitz der Kanzlerin, das Parlament, seine Büros, die Pressekonferenz. Mein Gott, ist das riesig, war immer wieder mein Gedanke, das ist ja wie eine Welthauptstadt! Über uns spannte sich ein seidiger Sommerhimmel, und das mag dazu beigetragen haben, daß ich mich zunächst gar nicht in Deutschland glaubte, sondern in einem südlichen, womöglich arabischen Land. Das Kanzleramt mit seinen gewaltigen kreisförmigen Fassadenöffnungen erinnerte viele von uns an moderne orientalische Architektur, wie sie in reichen Ölstaaten entsteht. Der Eindruck des Überdimensionalen wurde vielleicht auch durch ein Paar enormer silberfarbiger Fußballschuhe hervorgerufen, die auf einer grünen Wiese vor der Gartenmauer des Kanzleramts herumlagen und die bestimmt doppelt so hoch wie ein Mensch waren. Wo ist der Riese, der sie sich gerade abgestreift hat, fragte man sich unwillkürlich, zerstampft er schon die Stadt?

Nein, sie lag im morgendlichen Sonnenglanz da und ein gleichförmiges Brausen des Jubels hing über ihr. Vor dem Bahnhof und auf der Brücke über die Spree stauten sich Tausende Menschen in bunten Sportkleidern. Am Ufer war eine Bühne errichtet worden, wo zu dröhnender Musik eine Tanzgruppe der Deutschen Bahn Fußballbekleidung vorführte. Die Besucher, die über die Brücke strömten, trugen die Hautfarben aller Kontinente, und das verstärkte bei mir die vorübergehende Suggestion, im Zentrum eines Weltreichs angekommen zu sein. In einem fröhlichen Weltreich übrigens. Die Menschen schwenkten Fahnen, deutsche und andere; und an den Masten flatterten weitere Fahnen, auf denen man lachende Bälle sah und den Spruch "Die Welt zu Gast bei Freunden". Mir wurde, man möge es mir verzeihen, erst in diesem Augenblick bewußt, daß gerade die Fußballweltmeisterschaft begonnen hatte – Deutschland war Gastgeber, und das Ereignis hatte auch das Zentrum der Hauptstadt in Beschlag genommen.

Wir gingen zu Fuß zum Kanzleramt auf grünem, von Skulpturen verschönertem Rasen, auf dem Wassersprenger durch die Hitze surrten. Der Besuch bei der Kanzlerin ging ähnlich blitzartig vor sich wie die Zugfahrt von Frankfurt nach Berlin. Der Eingangsbereich des Kanzleramts ist kühl und still und sieht aus wie eine Bahnhofshalle, nur fehlen die Einkaufspassagen. Allerdings vergegenwärtigten ein paar Stellwände und Schaukästen die ruhmreiche Fußballgeschichte Deutschlands. Wir wurden vorbei an grellen Gemälden zu runden Aufzügen geleitet, die uns nach oben katapultierten. Dort öffnete sich ein kleines Amphitheater, auf dessen Stufen wir ozeanischen Journalisten uns niederließen und sogleich Erfrischungen und Fingerfood gereicht bekamen.

Die Kanzlerin hatte genau acht Minuten Zeit für uns, und da die Hälfte davon durch die Übersetzung verbraucht wurde, konnte sie nicht viel mehr als guten Tag sagen und nach links und rechts lächeln. Selbstverständlich hing sie an den straffen Schnüren eines Terminkalenders, wie man an den mahnenden Zeichen erkannte, die ihr von Mitarbeiterinnen aus dem Hintergrund gesandt wurden. Wie von Zauberhand waren gleich nach ihrem Rückzug ins Büro auch die Tabletts und die Gläser verschwunden, und wir standen wieder allein in der Weite des Gebäudes, das wir schnurstracks zu verlassen hatten.

Auf dem Weg, der uns nun zum Reichstagsgebäude führte, erklärte uns Yves, daß der sehr saure Wein, den wir gereicht bekommen hatten, von der Saale stamme, also aus einer Gegend, die einmal zur DDR gehört hatte – ein Tribut an die Herkunft der Kanzlerin. Diese Weine könnten dort bald nicht mehr angebaut werden, wegen der globalen Klimaerwärmung, die schon jetzt die Rieslingtraube vom Rhein hoch nach Norden vertreibe. Bald werde der traditionelle deutsche Wein von französischen Reben verdrängt werden. Er schien das zu bedauern, und um ihn zu trösten, sagte ich, wenn das mit der Erderwärmung stimme und das Abschmelzen der Polkappen die Weltmeere ansteigen lasse, dann würden die Inseln meiner Heimat samt und sonders im Ozean verschwinden.

Das imposante alte Gebäude des Reichstags, in dem heute wieder ein gesamtdeutsches Parlament tagt, war von Ferne kaum zu erkennen, weil man davor vorübergehend ein Stadion mit einem Großbildschirm für die Übertragung von Fußballspielen errichtet hatte, die sogenannte Bundestagsarena. Und dahinter stand eine verkleinerte Plastikkopie der gläsernen neuen Kuppel des Reichstags, die als "Forum der Demokratie" offenbar Reklame für den Staat und seine Verfassung machte. Wir hatten keine Zeit für diese von Menschenmengen umspülten Orte, denn unser nächster Termin führte uns direkt in den Deutschen Bundestag.

Dort erwartete uns ein freundlicher junger Herr, der "Kunstbeauftragte des Deutschen Bundestages". Das deutsche Parlament hat einen Kunstbeauftragten! Ich fürchte, viele von unserer pazifischen Gruppe waren gar nicht ausreichend vorgebildet, um über diese Tatsache gebührend staunen zu können. Er betreut die gar nicht so kleine Sammlung vor allem von Kunst des 20. Jahrhunderts, die das deutsche Parlament besitzt, und in Zusammenarbeit mit dem Kunstbeirat, der dem Präsidenten des Parlaments zugeordnet ist, verwaltet er einen Etat von 150 000 Euro im Jahr, womit auch Ankäufe getätigt werden. Besonders viel zu tun hat der Kunstbeauftragte jeweils am Beginn einer Legislaturperiode, denn da muß er die neuen Abgeordneten bei der Ausstattung ihrer Büros mit Kunstwerken beraten. Sie können sich etwas aussuchen aus der Sammlung, die, wie gesagt, eher keine holländischen Stilleben oder romantischen Landschaftsgemälde enthält als vielmehr monochrome weiße Preßgraphiken von Günther Uecker (einem der berühmtesten deutschen Künstler unserer Zeit) oder Drahtbilder oder abstrakte Fotokunst. Nicht jeder Volksvertreter aus dem Schwarzwald oder vom Ostseestrand sei von Haus aus Experte für zeitgenössische Kunst. So habe seine Arbeit, beziehungsweise seine "Artothek", auch eine "kunstpädagogische" Wirkung auf viele Abgeordnete, erklärte uns der Kunstbeauftragte mit freundlichem Lächeln. "But are they happy?" fragte jemand aus dem Hintergrund. Es habe sich noch keiner beschwert, erwidert der Kunstbeauftragte knapp.

Ich muß zugeben, daß ich die Fülle von Informationen, die uns bei dem anschließenden Rundgang durch den Reichstag und seine Kunstwerke geboten wurde, schon bald nicht mehr auffassen und ordnen konnte. Der Umbau des alten, vom Krieg zerstörten und danach notdürftig erhaltenen Gebäudes zu dem prunkvollen, praktischen neuen Bundestag war eine ehrgeizige Operation, die von Baukommissionen, dem Kunstbeirat, dem Präsidium und der damaligen deutschen Regierung in enormer Geschwindigkeit bewältigt werden mußte. Es gibt dicke Bücher darüber. Hat Deutschland damals überhaupt noch Politik machen können? Unentwegt mußte die Staatsspitze sich mit Bauentwürfen und Fragen der künstlerischen Ausstattung herumschlagen. Hat seit Lorenzo de’ Medici oder Ludwig XIV. überhaupt ein Staat sich so viel Mühe mit seinen öffentlichen Gebäuden gegeben wie das wiedervereinigte Deutschland? Vielleicht jener bayerische König, der zu seinem Privatvergnügen Burgen und Schlösser in den Alpen errichtete!

Ich habe es bald aufgegeben, Notizen zu machen, und kann daher nur ein paar Schlaglichter bieten, die den Geist dieses ästhetischen Großunternehmens vielleicht auch Fernerstehenden sichtbar machen. Man entschied sich dafür, im wesentlichen nur neue, also Auftragskunst fürs Parlament zu installieren, so daß das Bundestagsgebäude zu einem Schatzhaus der Tendenzen und kreativen Leistungen der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde – und für viele Generationen bleiben wird. In der westlichen Eingangshalle – dreißig Meter hoch! – hängen links drei hochformatige Glasplatten übereinander: Schwarz, Rot und Gold. Ich glaube, zunächst hätte jeder von uns gedacht, es handle sich um die deutsche Fahne, nur den Raumverhältnissen angepaßt. Aber natürlich steckt da viel mehr dahinter.

Der Kunstbeauftragte konnte wunderbar reden und alles erklären. Er sprach von einem "Farbkunstwerk", bei dem die Farben auf den Rückseiten großer Glastafeln aufgetragen wurden. Diese Farben, so fuhr er fort, "erinnern nicht ohne Hintersinn an die Farben der deutschen Bundesflagge". Aber sowohl das hochrechteckige Format als auch die spiegelnden Glasflächen machten deutlich, daß es sich gerade nicht um die Abbildung einer Flagge, sondern "um ein autonomes Farbkunstwerk" handle. Man möge beachten – unsere Gruppe wechselte gehorsam ihren Standort –, daß sich in den Glasplatten von einem bestimmten "point de vue" aus die reale Bundesflagge vor dem Reichstag spiegele. Wirklich, das tat sie, obwohl das Vormittagslicht, das von der Glasdecke oben zu uns herunterstürzte, ziemlich blendete. So habe der Künstler – sein Name war, glaube ich, Richter – durch die Wahl und die Zusammenstellung eine den Betrachter irritierende "Wahrnehmungsfalle" aufgestellt.

Trotz ihrer Monumentalität fehle der Arbeit jedes Pathos. Das schien dem Kunstbeauftragten besonders wichtig. Vielmehr spiegele die Fragilität der Glasscheiben im materiellen und übertragenen Sinne das stets gefährdete und daher stets neu zu gestaltende und zu schützende demokratische Gemeinwesen wider. "Im materiellen und übertragenen Sinne" – jetzt, da ich dies niederschreibe, kommt es mir vor, als sei diese Formulierung der Ariadnefaden durch das Kunstlabyrinth des deutschen Parlaments. Es gibt schon etwas zu sehen, aber ebenso wichtig ist, was es im übertragenen Sinne bedeutet. Und dieser übertragene Sinn hat, wie könnte es anders sein, eine staatspolitische Dimension. Schließlich sind wir nicht in einer Galerie. Auf meiner Rückreise zu den Marianen genehmigte ich mir – immer noch auf Kosten der Bundeskulturstiftung – einen Zwischenstop in Rom, wo ich zwei Tage herumlief. Dabei schaute ich mir mit Blicken, die mir der deutsche parlamentarische Kunstbeauftragte vielleicht ähnlich geschärft hatte wie seinen Zöglingen aus den friesischen Wahlkreisen, den Senat der Republik Italien an. Auch das ist ein altes Gebäude, das erst für seinen neuen Zweck hatte umgebaut werden müssen – allerdings schon vor mehr als hundert Jahren. Niemand erklärte dort den Hintersinn der Wandgemälde, obwohl ich auch einer geführten Gruppe zu folgen hatte. In einer Wandelhalle sah ich die Szene, wo karthagische Gesandte sich vor dem Senat der Römischen Republik zwischen Krieg und Frieden entscheiden müssen. Sinn und Hintersinn fallen hier ja zusammen, stellte ich für mich mit überlegenem Lächeln fest...

Wenn man das System von Sinn und Hintersinn einmal begriffen hat, kann man sogar eine Art Ratespiel daraus machen. So hat eine Künstlerin den Text von ein paar hundert deutschen Parlamentsreden genommen und in die Anzeige eines von unten nach oben laufenden Leuchtschriftbandes verwandelt, das durch die hohen Fenster nachts auch von außen zu sehen ist. Unentwegt klettern also Buchstaben nach oben und formen langsam Texte von Bismarck oder Adenauer. Klar, was dieses Band bedeutet: Die politische Rede ist der "tragende Pfeiler" des Parlaments, das nicht umsonst so heißt: parlare = reden. Der Witz des Ganzen wird aber erst hintergründig, wenn man feststellt, daß die Leuchtstele vier Seiten hat, daß also vier Reden gleichzeitig von unten nach oben klettern, und zwar immer zum selben Thema. Das verdeutliche, so unser Kunstbeauftragter, daß es auf politische Fragen nicht nur eine einzige Antwort geben kann.

Über diesen Satz habe ich auf dem Rückflug noch lange grübeln müssen. Hätten die Amerikaner also – um mal in meinem pazifischen Heimatraum zu bleiben –, damals nach Pearl Harbor nicht eine, sondern vier Antworten geben können? Zwischenrufe übrigens verzeichnet das schicke Schriftband im Bundestag durch "wiederholtes Aufblinken". Es ist schon mehr als Esprit, was sich in vielen dieser Kunstwerke zeigt, nämlich eine tiefe Ernsthaftigkeit. So ist an der Stirnseite einer Seitenlobby ein Mahnmal für die "ermordeten und verfemten Mitglieder des Reichstages der Weimarer Republik" errichtet worden. Vorne liegen Gedenkbücher aus, aber der Blickfang ist eine altarbildhafte Fotoinstallation, auf der vor schwarzem Grund eine rotgelbe Feuergarbe zu sehen ist. Wieder Schwarzrotgold! Bei genauerem Hinsehen, beziehungsweise wenn man dem Kunstbeauftragten lauscht, erkennt man in der Feuerlohe die Struktur des Röntgenbildes eines riesigen Rückenwirbels. Warum? Die Antwort kann sich wohl inzwischen jeder, der mir bisher gefolgt ist, selbst geben: Weil diese Abgeordneten "wortwörtlich Rückgrat bewiesen und sich dem Terror der Nationalsozialisten nicht gebeugt haben"!

So verwandelte sich vor unseren Augen der ganze Komplex der Parlamentsgebäude in einen tausendköpfigen Denkanstoß. Alles redet, flüstert, blinzelt von hintergründiger Bedeutung in diesen Räumen. Eine Glasfront ist keine Glasfront, sie ist "transparent". Sie "spiegelt" das gegenüberliegende Kanzleramt und verweist so auf die wechselnde Abhängigkeit von Legislative und Exekutive. Sinnsprüche zieren die Bodenplatten oder die Rotunde einer wunderbaren Bibliothek mit Blick auf die Spree. Da lesen wir in großen Leuchtlettern: "Freiheit ist denkbar als Möglichkeit des Handelns unter Gleichen / Gleichheit ist denkbar als Möglichkeit des Handelns für die Freiheit."

Auf ihren Wegen zu Sitzungssälen und Büros wandeln die deutschen Abgeordneten durch einen Wald von Zeichen, die ihnen ins Gewissen reden, sie zu Nachdenklichkeit und Hintersinnigkeit ermahnen. Es gibt sogar einen Andachtsraum, in dem Nagelskulpturen stehen, in Gestalt von an die Wände gelehnten Holzplatten mit Tausenden von heraus- und dicht nebeneinanderstehenden Nägeln, die so etwas wie kreuzförmige Vogelschwärme formen. Diese Platten könnten, da nur angelehnt, jederzeit fortgetragen werden – wie die Bundeslade des jüdischen Volkes in der Wüste? fragte der Kollege vom Christian Monitor aus Hawaii. Jedenfalls führen sie "sinnfällig die Unbehaustheit des Menschen auf Erden, das Vergängliche unserer Existenz vor Augen". Eine wahrhaft schreckliche Mahnung nach so viel Bau- und Kunstaufwand im deutschen Parlament!

Dieser Aufwand diente allerdings an allen Ecken und Enden dem Ausdruck einer tiefsitzenden existentiellen Gebrochenheit. Ich glaube, daß ich dank meiner Deutschkenntnisse als einziger in unserer Gruppe in der Lage war, das grüblerische und ellenlange Thomas-Mann-Zitat einigermaßen aufzufassen, das sich in metallenen Lettern über mehrere Dutzend Meter auf dem Steinfußboden längs der Mittelachse des neben dem Reichstag errichteten Abgeordnetenbürohauses hinzieht. Es stammt aus dem Zauberberg und lautet: "Was war also das Leben? Es war Wärme, das Wärmeprodukt formerhaltender Bestandlosigkeit, ein Fieber der Materie, von welchem der Prozeß unaufhörlicher Zersetzung und Wiederherstellung unhaltbar verwickelt, unhaltbar kunstreich aufgebauter Eiweißmolekel begleitet war. Es war das Sein des eigentlich Nicht-sein-Könnenden, des nur in diesem verschränkten und fiebrigen Prozeß von Zerfall und Erneuerung mit süß-schmerzlich-genauer Not auf dem Punkt des Seins Balancierenden. Es war nicht materiell, und es war nicht Geist. Es war etwas zwischen beidem – T.M."

Diese Sätze kann man überhaupt nur lesen, wenn man entweder langsam buchstabierend die Metallintarsien abschreitet oder aber von den schwindelerregenden Fußgängerbrücken, die hoch oben zwischen den tonnenförmigen Sitzungsräumen über der Zentralhalle gespannt sind, in die Tiefe blickt, in den Abgrund dieses dekadenten Wissens, wie ich es für mich formulierte. Am Ende des Thomas-Mann-Zitats öffnet sich rechts auf die Spree das Restaurant der Abgeordneten, das ein kubanischer Künstler gestaltet hat und in dem Dutzende von bunten Glaslampen in verschiedener Höhe über runden, unregelmäßig ornamentierten Holztischen hängen – man denkt, mit Blick auf den vorbeirauschenden Fluß, sogleich an Lampions und Strand und fragt sich, wo der Sänger mit der Ziehharmonika steht. Wir atmeten auf, als wir uns dort für eine Erfrischung niederließen.

Die Volksvertretung der Deutschen sei ein "Arbeitsparlament", wurde uns von den Vertretern des Besucherdienstes, die unsere Gruppe vom Kunstbeauftragten übernommen hatten, erklärt. Was sonst? Tatsächlich schien angesichts der Sonnenfluten, die alle Gebäude erfaßt hatten – inzwischen war die Mittagszeit gekommen –, den jauchzenden Massen vor den Glasfronten, den fröhlich bewimpelten Ausflugsbooten, die im Minutentakt auf der Spree zwischen den beiden Hauptkomplexen der Abgeordnetenbüros vorbeituckerten, dieser Hinweis nicht völlig überflüssig.

Wer den Blick davon und von den Kunstwerken mit ihren sinnverwirrenden Widersprüchen abwandte, konnte die Spuren einer lautlosen und präzisen Geschäftigkeit erkennen. Bildschirme informierten über Sitzungen, ihre Themen und Örtlichkeiten. Auf leisen Rollen glitten Imbißwagen hin und her. Befrackte Saaldiener nickten höflich an den Aufzügen, eine Atmosphäre von großzügiger, bequemer Effizienz regierte in den gewaltigen Glashallen mit ihren links und rechts gestapelten Sitzungsräumen. Schwärme von gutaussehenden, eleganten jungen Menschen hingen hinter den Ministern und Staatssekretären, die zu ihren Terminen hasteten. Wieder kam mir der Gedanke an ein großes Reich, dessen Zentrale wir gerade durchwanderten. Yves war es, der uns zuflüsterte, wer hier vorbeikam: Fraktionsvorsitzende, die Familienministerin, dann, im Rollstuhl, von bedrohlichen Leibwächtern eskortiert, der deutsche Innenminister. Er rollte vorüber an den Graffiti russischer Soldaten, die diese bei der Eroberung Berlins 1945 hinterlassen hatten und die Deutschland jetzt sorgfältig konservierte.

War es dieses Zusammenleben mit den Spuren der Katastrophe, das die Künstler und ihre politischen Auftraggeber zu jener erschütternden Gebrochenheit geführt hatte, die sich auch noch in einem zweiten Zitat ausdrückte, das von einer heute fast vergessenen deutschen Dichterin namens Ricarda Huch stammt und gleichfalls wie die Flammenschrift vor Belsazar die Abgeordneten mahnt: "Denn was ist das Leben des Menschen? Wie Regentropfen, die vom Himmel auf die Erde fallen, durchmessen wir unsere Spanne Zeit, vom Winde des Schicksals hin und her getrieben. Der Wind und das Schicksal haben ihre unabänderlichen Gesetze, nach denen sie sich bewegen; aber was weiß der Tropfen davon, den sie vor sich her fegen? Er rauscht mit den anderen durch die Lüfte, bis er im Sande versickern kann. Aber der Himmel sammelt sie alle wieder an sich und gießt sie wieder aus, und sammelt und vergießt wieder und wieder immer dieselben und doch andere. R.H."

Ein offenes Haus ist das deutsche Parlament, Schüler- und Rentnergruppen durchziehen es von früh bis spät, sie lauschen auf den Besuchertribünen den Reden oder blicken von der neuen gläsernen Kuppel in die Tiefe auf die Köpfe ihrer Abgeordneten. Wir machten für ein paar Minuten halt bei der Eröffnung einer kleinen Ausstellung, in der der Deutsche Bundestag der Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit gedachte (was den Kollegen vom Christian Monitor in unübersehbare Verlegenheit stürzte). An den Wänden eines Foyers waren Dokumente und Fotos angebracht, die den Leidensweg der verfolgten Männer dokumentierten. Zahlreiche Abgeordnete aller Fraktionen waren erschienen, es gab Flötenmusik und Reden, darunter eine des Bundestagsvizepräsidenten, der erklärte, das Wesen der Freiheit sei es, daß man "ohne Angst verschieden" sein dürfe. Von den Fenstern oben her aber machten zuschauende Bürger Faxen und versuchten, die feierliche Versammlung zum Lachen zu bringen.

Höhepunkt und Abschluß unserer Parlamentstournee war die Teilnahme an einer Sitzung des Kulturausschusses, die sich mit der sogenannten auswärtigen Kulturpolitik befaßte und als "Leckerbissen" galt, weil der Außenminister sich herbeigelassen hatte zu erscheinen. Die Sitzung schnurrte mit jener rätselhaften aufgeräumten Geschwindheit ab, die offenbar zur Funktionsweise dieses Parlaments gehörte. Sechzig Minuten lang wurden in einem runden Saal reihum Stellungnahmen ausgetauscht, deren Unterschiede für den Außenstehenden kaum erkennbar waren. Deutlich wurde nur, daß der Minister die deutsche Kultur eher nach Arabien und zu uns in den pazifischen Raum tragen wollte als nach Dänemark oder Polen. Alle im Rund nickten reihum, und dann war der Feierabend schon da.

Als wir auf den Vorplatz zwischen dem alten Reichstagsgebäude und dem neuen eleganten Bürotrakt traten, löste sich auch das Rätsel der Riesenturnschuhe zwischen Bahnhof und Kanzleramt. Denn hier stand eine ebenso riesenhafte Aspirintablette im gleichen silbrigen Material. Daneben verkündete eine Tafel: "Welcome to Germany, Land of Ideas". Es war eine Imagekampagne für den deutschen Erfindergeist! Auf der anderen Seite der Spree erkannten wir hinter einer kreisrunden Glasfront eine elegante Treppenkonstruktion, die uns von Yves als die berühmte "Bramante-Treppe" des Bundestages vorgestellt wurde – benannt nach dem großen Renaissancearchitekten. Hier finde heute Abend noch eine Diskussion zwischen Journalisten und Politikern über den neuen deutschen Patriotismus statt, aus Anlaß des freizügigen Fahnengebrauchs, den die Deutschen zur Fußballweltmeisterschaft zeigten und der überall in der Publizistik Aufsehen errege. Ob wir Lust hätten, da hinzugehen? Niemand hatte Lust, wir wollten ein kühles Bier. Unterdessen schwangen sich Hunderte von Abgeordneten und Mitarbeitern des Bundestages auf ihre Fahrräder, die in langen Reihen auf dem Vorplatz angekettet gewesen waren, und radelten in Schwärmen davon. Es war Schlag 18.00 Uhr, das Arbeitsparlament verschwand im Sommerabend. Auch ein paar schwarze Limousinen krauchten vorüber, aus denen freundlich gewinkt wurde.

Wir trotteten nun zu einem ziegelfarbenen Riegel, in dem das deutsche Fernsehen seinen Sitz hat, in Schrittweite vom Parlament. Rechts auf dem Weg gingen wir an einer durchsichtigen, kaum erkennbaren Glasstellage entlang, auf der eine helle Schrift schwebte. Diese Schrift reproduziert die ersten zwanzig Paragraphen der deutschen Verfassung, einen wunderschönen Text, den viele Deutsche gewiß ebenso auswendig können wie gute Amerikaner ihre Unabhängigkeitserklärung. "Die Würde des Menschen ist unantastbar", lautet der erste Satz, und es ergriff mich zu erfahren, daß dieses letzte Parlamentskunstwerk auf unserem Weg von einem israelischen Künstler gestaltet worden war.

Endlich waren wir vor dem Brandenburger Tor! Freilich von dem Gebäude, das viele von uns so begierig ersehnt hatten, war wenig zu sehen. Ein enormer, weit überlebensgroßer Fußball versperrte die Sicht. Der Platz vor dem Tor war überfüllt von Menschenmassen, die sich zu langen Schlangen formierten. Bald würde ein wichtiges Spiel der Weltmeisterschaft beginnen, und die Fans mit ihren bunten T-Shirts, ihren Schals, Fahnen und Hüten, ihrer Schminke und ihren Mobiltelefonen, in die sie aufgeregt hineinbrüllten, stellten sich vor den Sicherheitsschleusen an, wo sie abgetastet wurden, bevor man sie auf die andere Seite des Tors ließ. Dort war ein Großbildschirm errichtet worden, vor dem sich eine unabsehbare Menge staute. Voller Beklommenheit betrat ich den Platz. Was hier herumstand, war etwa das Dreifache der gesamten Bevölkerung unserer marianischen Inselgruppe. Gesänge und Sprechchöre begleiteten den Spielbeginn. Von der Bildwand donnerten Nationalhymnen, während die Kamera an den Köpfen der Spieler entlangglitt.

Ich holte mir ein kaltes deutsches Bier. Ich war müde und erschöpft. Das Spiel auf der Projektionsfläche fesselte meine Aufmerksamkeit nur kurz. Ich blickte nach links und sah den Reichstag, ich blickte nach rechts und sah einen Friedhof. Ich ging nach rechts, wieder an Sicherheitsschleusen vorbei. An der hinteren Klappe eines großen Polizeiautos saß ein stämmiger Polizist und las mitten im Lärm sein Buch. Ich folgte einem spontanen Impuls, trat heran und fragte: "Darf ich wissen, was Sie lesen?" Der Polizeimann drehte mir stumm den Titel hin: Gustav Schwab, Die Sagen des klassischen Altertums. Ich war überrascht. "Na, großartig", entfuhr es mir. "Find ick ooch", sagte der Polizist und las weiter. Dann kam ich zu dem Friedhof, der keiner war. Ich trat zwischen die hohen Blöcke und war bald allein. Der Lärm dämpfte sich zu einem fernen Brausen, der Himmel war gelb. Ein Liebespaar küßte sich, ein paar alte Damen gingen in einer Reihe hintereinander ins Innere der Anlage. Dort war es warm, die Hitze eines schönen Sommertages war in den Steinen gefangen und wollte lange nicht weichen.


 

  • [1] Der Dank des Verfassers gilt den immer hilfsbereiten Mitarbeitern des Deutschen Bundestages, darunter vor allem Andreas Kaernbach. Die Abgeordneten Katrin Göring-Eckart, Monika Grütters und Johannes Kahrs haben unkompliziert Einblicke in ihren Alltag gewährt.


Published 2006-09-19


Original in German
First published in Merkur 9-10/2006

Contributed by Merkur
© Gustav Seibt/Merkur
© Eurozine
 

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Steve Sem-Sandberg
Even nameless horrors must be named

http://www.eurozine.com/articles/2011-09-23-semsandberg-en.html
It is high time to lift the aesthetic state of emergency that has surrounded witness literature for so long, writes Steve Sem-Sandberg. It is not important who writes, nor even what their motives are. What counts is the "literary efficiency". [more]

Literary perspectives
The re-transnationalization of literary criticism

Eurozine's series of essays aims to provide an overview of diverse literary landscapes in Europe. Covered so far: Croatia, Sweden, Austria, Estonia, Ukraine, Northern Ireland, Slovenia, the Netherlands and Hungary. [more]

Behind the headlines     click for more

Mykola Riabchuk
Tymoshenko: Wake-up call for the EU

The EU shouldn't be surprised by the Tymoshenko verdict: its support of anything nominally reformist has been perceived as acceptance of a range of repressions, argues Mykola Riabchuk. [more]

Conferences     click for more

Eurozine emerged from an informal network dating back to 1983. Since then, European cultural magazines have met annually in European cities to exchange ideas and experiences. Around 100 journals from almost every European country are now regularly involved in these meetings.
Arrivals/Departures: European harbour cities as places of migration
The 24th European Meeting of Cultural Journals
Hamburg, 14-16 September 2012

http://www.eurozine.com/comp/hamburg2012.html
Harbour cities as places of movement, of immigration and emigration, as places of inclusion and exclusion, develop distinct modes of being that not only reflect different cultural traditions and political and social self-conceptions, but also communicate how they see themselves as part of the structure that is "Europe". The 2012 Eurozine conference will explore how European societies deal variously with the cultural legacy of the "harbour city". [more]

Multimedia     click for more

http://www.eurozine.com/comp/multimedia.html
Multimedia section including videos of past Eurozine conferences in Vilnius (2009) and Sibiu (2007). [more]


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