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Selbstmordattentate: ein Literaturbericht

Nikola Tietze setzt sich mit verschiedenen Analysen zu den soziologischen, politischen und ökonomischen Dimensionen von Selbstmordattentaten auseinander.

Seit den Terroranschlägen vom 11. September in New York und Washington sind Selbstmordattentate zu einem viel diskutierten Thema geworden.[1] Die Verschärfung des israelisch-palästinensischen Konflikts, in dem allein im Jahr 2002 68 Suicide Bombs 213 Todesopfer gefordert haben, hat diese Terrorismusform zu einem ständigen Element der Nachrichten gemacht.[2] Die Anschläge auf US-amerikanische Soldaten im Irak-Krieg haben schließlich gezeigt, daß das Selbstmordattentat zu einer Kriegsstrategie unter anderen geworden ist. Je häufiger diese Form extremer Gewaltanwendung auftritt und sich dabei nicht auf einen Konflikttypus oder ein -gebiet beschränken läßt, desto dringlicher wird nach Erklärungen für dieses Phänomen gesucht.

Die schwierige Suche nach Informationen

Trotz der schriftlichen oder auf Video aufgezeichneten Testamente, die beispielsweise von Attentätern der Izziddin el Qassâm-Brigaden (militärischer Arm des palästinensischen Hamas oder des palästinensischen Dschihad al Islami und von den sogenannten Bassidschi (iranische Freiwillige, die im Krieg gegen den Irak [1980 - 1988] ohne weitere militärische Unterstützung die irakischen Frontlinien angriffen und dabei ihren eigenen Tod einplanten) vor dem Anschlag verfaßt worden sind, gibt es wenig konkrete Anhaltspunkte über Motivation und Vorbereitung von Selbstmordattentaten. Der programmierte Tod und die Einbindung des Attentäters in eine Geheimorganisation lassen die Suche nach Informationen zu einem zeitaufwendigen Unterfangen werden. So sind etwa die Selbstmordattentatskandidaten der Izziddin el Qassâm-Brigaden in sogenannten "Märtyrerzellen" organisiert, die aus einem Führer und zwei oder drei nichts voneinander wissenden Kandidaten besteht. Nach jedem Attentat werden diese Zellen aufgelöst.[3] Darüber hinaus ist das empirische Material immer auch das Ergebnis ideologischer Konstruktionen und ein von den Beteiligten inszeniertes Element des Attentats selbst. Jan Philipp Reemtsma bemerkt hierzu, Absichten, Motive und Zwecksetzungen seien nicht Ursachen für Handlungen, sondern Legitimationsdiskurse. Legitimationskontexte über bestimmte "Familiarisierungsstrategien" (wie zum Beispiel das antikolonialistische Deutungsschema) gäben den Selbstmordattentaten eine Scheinplausibilität und hätten eine Realitätsverkennung zur Folge, in der die Sensibilität für den Zusammenhang von Zweck und Mittel verloren gehe.[4] Einige Presseartikel zum israelisch-palästinensischen Konflikt vermitteln jedoch einen informativen Einblick in das Umfeld, in dem ein Selbstmordattentat vorbereitet wird. So informiert Nasra Hassan in The New Yorker vom 19.11.2001 über den religiösen Diskurs der Anschlagskandidaten, ihre Auswahl und Vorbereitung durch die Izziddin al Qassâm-Brigaden oder den Dschihad al Islami sowie die Herstellung bzw. Verbreitung der Testamente.[5] Eine detaillierte Informationsquelle ist darüber hinaus der Bericht der Organisation Human Rights Watch (2002), "Erased In A Moment: Suicide Bombing Attacks Against Israeli Civilians".[6]

Raid Sabbahs in der ersten Person gehaltene und auf mehreren Interviews beruhende Narration des Werdegangs eines jungen Mannes, die von kursiv gedruckten Kommentaren des Autors zur Geschichte der palästinensischen Gebiete durchbrochen wird, hebt vor allem auf die Beschreibung von Gewalterfahrungen (etwa durch Vertreibung, Ermordung der Mutter, Demütigungen, Folter während eines Gefängnisaufenthaltes) ab.[7] Die Entscheidung für ein Selbstmordattentat erscheint hier als logische Konsequenz einer Reihe von Erniedrigungen und einer aussichtslosen Lebenssituation.[8] Religiöse Überzeugungen, die erst am Ende des Buchs erwähnt und für den Leser etwas überraschend eingeführt werden, spielen eine nur untergeordnete Rolle in der subjektiven Darstellung der Beweggründe für einen solchen Anschlag.[9] Die zum Teil mit Pathos vorgetragene Beschreibung der Vertreibung von den Feldern und dem Besitz der Familie nimmt hingegen einen zentralen Platz ein.[10] Das Selbstmordattentat im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts erhält so eine nationalistische Färbung, der islamistische Diskurs wirkt wie eine aufgesetzte Legitimation.

Das israelische Institute for Counter Terrorism (ICT) in Herzliya bereitet Daten zum Terrorismus auf und dient nicht nur als Beratungsquelle für die israelische Sicherheitspolitik, sondern liefert auch empirisches Material zum Phänomen des Selbstmordattentats.[11] Die Bandbreite der hier zusammengetragenen Hintergrundinformationen zu so unterschiedlichen Anschlägen wie denen des 11. Septembers oder der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) in Sri Lanka verweist auf den Versuch, die Suicide Bombs als eine allgemeine, regionale, kulturelle und religiöse Unterschiede überschreitende Kategorie der Terrorismus- bzw. Gewaltforschung einzuführen.[12] Yoram Schweitzer, Wissenschaftler am ICT, schlägt eine Definition für das Selbstmordattentat vor, die die Analyse des Phänomens in ganz unterschiedlichen Konfliktsituationen ermöglichen soll:

Therefore, we can define a 'modern' suicide attack as a violent, politically motivated attack, carried out in a deliberate state of awareness by a person who blows himself up together with his chosen target. The pre-meditated certain death of the perpetrator is the pre-condition for the success of the attack.[13]

Innerhalb der Informationsquellen zu dem Phänomen des Selbstmordattentats lassen sich zwei unterschiedliche Ansätze differenzieren. Ein Teil dieser Literatur stellt die sicherheitspolitische Dimension und die damit verbundenen Strategien in den Vordergrund (z. B. die Datenaufbereitung des ICT oder auch der Bericht von Human Rights Watch). Der andere Typus beruht auf der Hypothese, daß die Suche nach empirischem Material unabhängig von sicherheitspolitischen Überlegungen Sinnzusammenhänge aufdecken muß.[14]

Eine Genealogie des Selbstmordattentats

Yoram Schweitzer bezeichnet das Selbstmordattentat als ein "very old modus operandi", das jedoch mit den Attentaten der libanesischen Hisbollah 1983 gegen die amerikanische Botschaft in Beirut und die Hauptquartiere der amerikanischen sowie französischen Armeen eine moderne Verwendung gefunden habe.[15] Diese Terroranschläge hätten weltweit andere terroristische Organisationen beeinflußt. "Occasionally this influence went beyond merely being a role model." So habe die Ausweisung von führenden Kadern des Hamas und des Islamischen Dschihad aus Israel in den Südlibanon im Dezember 1992 zu einem intensiven Austausch mit Aktivisten der Hisbollah und den iranischen Revolutionsgarden geführt, die nicht nur die Versorgung der Ausgewiesenen übernommen, sondern ihnen vor allem die Techniken des Selbstmordattentats vermittelt hätten.[16] Eine vergleichbare Hypothese vertritt Christoph Reuter: "Die Hisbollah hat den sprengstoffbeladenen Märtyrer erst wahrhaftig zum Mythos werden lassen - in der arabischen Welt, aber auch darüber hinaus, in Sri Lanka, der Türkei, Tschetschenien. Und zwar gerade nicht, weil es die Taten von Verzweifelten waren - sondern weil es überlegt gesetzte, sparsam verwandte Operationen waren..."[17]

Die Anschläge vom 11. September und die Suicide Bombs in Israel stellen demnach aktuelle Ausdrucksformen einer Gewaltform dar, die auf historische Beispiele aufbauen können und in der libanesischen Organisation der Hisbollah der 80er Jahre ihren Dreh- und Angelpunkt für einen Modernisierungsschub gefunden haben. Die Hisbollah (Partei Gottes) ist eine schiitische Organisation, die 1982 im Zusammenhang mit dem libanesischen Bürgerkrieg und der israelischen Besetzung des Südlibanons gegründet wurde. Im Iran gibt es eine paramilitärische Bewegung gleichen Namens, die vom iranischen Staat finanziert wird. Sie stellte Khomeinis Werkzeug zur Islamisierung der iranischen Gesellschaft dar und ist heute unter dem Namen "Partei der islamischen Republik" im institutionellen System der iranischen Nation vertreten.[18] Obwohl die libanesische Hisbollah mit der Unterstützung iranischer Revolutionsgarden gegründet worden ist und bis heute personelle sowie finanzielle Verbindungen zum Iran unterhält, haben beide Gruppen wenig gemeinsam. Die heutige Hisbollah im Libanon kann nicht mehr auf eine Organisation reduziert werden, die Selbstmordattentate verübt. Sie unterhält ein Sozialwerk und Schulen, besitzt einen eigenen Fernsehsender (Manar TV) und ist im libanesischen Parlament mit Abgeordneten repräsentiert, womit sie ihren Willen zur friedlichen Koexistenz mit den unterschiedlichen konfessionellen und weltanschaulichen Parteien dokumentiert.[19]

Bei Yoram Schweitzer geht die Tradition der Selbstmordattentate auf eine jüdische (Sicaris-) und eine islamische (Hashishiyun- oder auch Assassinen-) Sekte im 11. Jahrhundert zurück. Christoph Reuter und Farhad Khosrokhavar erkennen ebenfalls ferne Verwandte der heutigen Selbstmordattentäter in der islamischen Sekte der Assassinen zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert.[20] Schweitzer und Reuter schreiben der Hisbollah einen Vorbildcharakter auch für andere politische, insbesondere nationalistische Gruppierungen wie die PKK in der Türkei bzw. in der kurdischen Diaspora in Westeuropa oder die LTTE in Sri Lanka zu. Der Anschlag der LTTE, der im Juli 1987 gegen ein Militärcamp der Regierungstruppen durchgeführt worden ist, sei zum Beispiel eine "Kopie jenes legendären Selbstmordanschlags der libanesischen Hisbollah im Oktober 1983 auf das Quartier der US-Marines in Beirut ". [21] Reuter, der den Suizidanschlag als eine Konsequenz aus Verzweiflung über Unterlegenheit und einem durch Verschwörung gekennzeichneten politischen Klima versteht, unterscheidet zwei Organisationstypen, die an der Basis der Suicide Bombs stehen: "eher sektenartig organisierte, geschlossene Gruppen, die ihren Mitgliedern kein Leben außerhalb mehr gestatten" (wie zum Beispiel die PKK, die LTTE oder auch die Japanese Red Army die 1972 ein Selbstmordattentat auf dem israelischen Flughafen Ben Gurion verübt hat) und Bewegungen, die mit der Duldung oder Unterstützung einer ganzen Bevölkerungsgruppe derartige Terroranschläge verüben (zum Beispiel im Libanon während des Bürgerkriegs oder heute unter den Palästinensern).[22] Al Qaida hingegen fällt aus diesem Differenzierungsmodell heraus; dieses terroristische Netzwerk verbindet seine Anschläge nicht mit konkreten Forderungen und beschränkt sich nicht auf ein Territorium. Reuter bezeichnet Al Qaida als "Endzeitsekte", wenngleich es sich nicht um eine klar umrissene Gruppe mit dem Charakter einer Sekte handelt.[23]

Das Selbstmordattentat in der islamischen Welt

Für Amir Taheri existiert ein "islamischer Terrorismus", der als Ausdruck einer historischen Konstante bzw. einer Terrortradition im Islam gesehen wird,[24] während Mark Juergensmeyer für das Zeitalter der Globalisierung einen spezifisch religiös motivierten Terror erkennt, der sich als apokalyptischer Kampf zwischen Gut und Böse versteht.[25] "Politics have become religionized as struggles in the real world become baptized with absolutism of religious fervor."[26] Herfried Münkler stellt ebenfalls eine Partikularität des modernen religiösen Terrorismus unter asymmetrischen Gewaltsituationen heraus.[27] Farhad Khosrokhavar leitet Erklärungsmodelle aus der islamischen Tradition selbst bzw. dem Modernisierungsprozeß der sozialen Beziehungen innerhalb der islamischen Welt ab.[28] In einem islamologisch gehaltenen ersten Kapitel seines Buchs über die "neuen Märtyrer Allahs" werden historische Grundlagen insbesondere im schiitischen Islam (Tod Husseins in der Schlacht bei Kerbala im Jahr 680) und Begriffe wie djihad (Heiliger Krieg), umma (Gemeinschaft der Gläubigen) oder auch dawa (Predigt oder Aufruf) vorgestellt, die heute zur Legitimation der Selbstmordattentate als Märtyreraktionen für die islamische Sache gebraucht werden. Die Erläuterungen des Autors über die Interpretationen dieser Konzepte, wie sie vor allem von Ali Schariati für das Schiitentum und von Sayyid Qutb für das Sunnitentum unternommen worden sind, machen deren moderne Bearbeitung und damit die ideologische Voraussetzung für den aktuellen Diskurs über die "Märtyrer" deutlich.

Farhad Khosrokhavar entwickelt eine Typologie der zeitgenössischen Selbstmordattentate im Namen des Islam, indem er unterschiedliche "Subjektivitätsformen" für das Märtyrertum differenziert: die, die sich mit der Konstruktion einer neuen Nation verbindet, und die, die sich dem Ideal einer "transnationalen Neo-Umma" verschrieben hat.[29] Der nationale Typus des Selbstmordattentats im Islam erscheine zum ersten Mal im iranisch-irakischen Krieg in der Figur des Bassidsch - des jungen Freiwilligen, der seinen eigenen Tod plant, um die islamische Revolution gegen den Feind zu verteidigen.[30] "Das nationale Gefühl fusioniert mit dem religiösen Affekt: Die Gefahr, die die islamische Revolution bedroht, ist identisch mit dem Gefühl der Gefahr, daß die territoriale Integrität des Landes in Frage gestellt wird."[31] Unter den "Märtyrern" der islamischen Revolution im Iran unterscheidet Khosrokhavar drei unterschiedliche Gruppen: die "Martyropathen", die auf Emanzipation hoffenden Märtyrer und die Opportunisten. Insbesondere die "Martyropathen" stehen für eine Verkehrung religiöser Utopie in ein Auslöschen des eigenen und des feindlichen Lebens.[32] Der Tod wird, so der Autor, zur letzten Möglichkeit, eine mit der religiösen Utopie konforme Subjektivität zu realisieren. Eine zweite Form des nationalistischen Selbstmordanschlags stellt in den Augen Khosrokhavars der palästinensische Selbstmordattentäter der Izziddin el Qassâm-Brigaden und des Dschihad al Islami dar, wenngleich hier die Gewaltanwendung im Namen des Islam von keiner staatlichen Organisation ausgeht wie im Iran, sondern dem Kampf um das staatliche Gewaltmonopol dient. Wie im Falle der iranischen Bassidschi prägt die Unmöglichkeit, eine Utopie (Schaffung eines palästinensischen Staats mit der Hauptstadt Jerusalem und die Rückkehr aller Flüchtlinge) zu verwirklichen, die Dynamik eines Selbstmordattentäters. Der transnationale Typus des Märtyrertums, der in den Anschlägen vom 11. September deutlich werde und in der Al Qaida seine Organisation gefunden habe, beruht hingegen - so der Autor - weniger auf der Unmöglichkeit, die individuelle Subjektivität mit einer national determinierten Utopie zu verbinden; es gehe vielmehr um die utopische Realisierung der Gemeinschaft der Gläubigen - der umma -, die sich nur im Bruch mit der modernen Gesellschaft verwirklichen ließe. "Es kommt darauf an, die eigene Reinheit in einer Welt allgemeiner Verkommenheit zu erhalten oder, ganz einfach, sich wirksam gegen die allgemeine Unreinheit zu wehren..."[33] Die Aspiration auf eine solche "Neo-Umma" müsse als subjektive Antwort auf Erniedrigungserfahrungen interpretiert werden. Farhad Khosrokhavar konzentriert sich in seiner Analyse des "transnationalen Märtyrers" vor allem auf die Muslime in westlichen Staaten und beschreibt ihre Kritik an der Moderne. In seinen Ausführungen verschwimmt die Grenze zwischen Islamisten, die terroristischen Vereinigungen angehören (oder dessen beschuldigt werden), und Selbstmordattentatskandidaten. Am Ende scheinen für den Leser alle Aktivisten potentielle "Märtyrer " eines Dschihad gegen die "westliche Welt" zu sein. Quellen und Erhebung des benutzten empirischen Materials sind dabei für den Leser nicht immer nachzuvollziehen.

Ausgehend von ihren Forschungsarbeiten über die palästinensische Gesellschaft entwickelt Pénélope Larzillière ein Erklärungsmodell für die Selbstmordattentäter, das auf dem Problem des Nationalismus bzw. seines Scheiterns aufbaut.[34] Der "Märtyrer" stelle im Diskurs der palästinensischen Bevölkerung eine sakralisierte Form des nationalen Helden dar, die es den jungen Leuten ermögliche, die Aufspaltung zwischen dem Ziel der Nationskonstruktion und den persönlichen Aspirationen zu überwinden. Es geht der Autorin darum, bestimmte von jeglicher geographischer Verortung losgelöste Identitätskonfigurationen aufzuzeigen, die das Phänomen des Selbstmordattentats prägen.[35] Dabei erscheint der religiöse Diskurs über das Märtyrertum als ein Sinnangebot, das einen Ausweg aus dem politischen Scheitern eröffnet. Gleichzeitig ermögliche die Verehrung der Selbstmordattentäter, die mit ihrem Engagement eine individuelle Selbstbestätigung gegenüber der patriarchalischen, zum Teil korrupten Herrschaft der Autonomiebehörde anstrebten (zumindest auf einer imaginären Ebene), die Herstellung nationaler Einheit und Solidarität. Die Analyse Pénélope Larzillières macht deutlich, daß das Phänomen des Selbstmordattentats in bestimmten machtpolitischen Konstellationen (in diesem Falle zwischen der israelischen Regierung und der palästinensischen Bevölkerung) durch die sozialen Beziehungen selbst produziert wird. Avishai Margalit bemerkt aus einer ähnlichen Perspektive: "The suicide bombing got out of control - so much so that even Hamas became worried."[36] Martin Kramer erklärt die Selbstmordattentate der libanesischen Hisbollah und Amal-Bewegung als eine "violence born of inner feud".[37] Die ideologische Vor- und Aufbereitung der Anschläge sowie ihre religiöse Legitimation durch den Islam werden angesichts solcher Feststellungen sekundär. Die zur Zeit in der palästinensischen Bevölkerung immer häufiger werdende und schon aus dem libanesischen Bürgerkrieg bekannte Teilnahme von Frauen an Suizidanschlägen verweist im übrigen ebenfalls auf soziale Prozesse, die sich nicht mit der islamischen Tradition oder ihren theologischen Konzepten erklären lassen.[38] Islamistische Organisationen, wie die Izziddin el Qassâm-Brigaden oder die libanesische Hisbollah in ihren Anfangsjahren, akzeptieren keine Frauen als Märtyrer des Heiligen Kriegs (wenn auch heute eine Debatte unter Theologen darüber aufzubrechen scheint), während säkularen nationalistischen Bewegungen (die Al-Aqsa-Brigaden, PKK, LTTE) Selbstmordattentäterinnen offenbar keine Probleme bereiten. Zwar hat Barbara Victor Porträts einiger weiblicher Suicide Bombers vorgelegt,[39] die Analyse der Selbstmordattentate unter geschlechtsspezifischer Perspektive steht jedoch noch aus. Sie könnte Aufschluß über gesellschaftliche Strukturen geben, in denen der Suizidanschlag zu einem für die gesamte Bevölkerung möglichen Mittel sozialer und politischer Konfliktaustragung wird.

Die Gewaltforschung und das Selbstmordattentat

Die Loslösung des Selbstmordattentats von einem islamischen Begründungszusammenhang, die schon in Pénélope Larzillières These von dem gescheiterten Nationalismus angelegt ist, tritt dort deutlich hervor, wo dieses Phänomen an Beispielen aus der PKK oder LTTE untersucht wird.[40] In diesen Studien steht die Analyse der Gewalt als sozialer Prozeß im Vordergrund, in dem Ressourcen geschaffen und verteilt werden, und in dem die Gewalthandlungen sich schließlich durch sich selbst legitimieren können. So stellt Hamit Bozarslan fest, daß die Figur des "Märtyrers" die Transformation der Gewalt und ihrer sozialen sowie politischen Funktionen bzw. Ziele zum Ausdruck bringt. Er unterscheidet drei Typen der Gewalt: "rational/instrumental violence", "nihilistic/self-sacrificial violence" und "messianic violence".[41] Die Differenzierung beruht u. a. auf dem unterschiedlichen Status der Gewaltakteure, wobei sich der Akteur einer "nihilistic/self-sacrificial violence" durch die Selbstzerstörung eine Subjektivität verschafft, während die "messianic violence" nur "actents" eines übergeordneten Prinzips kennt.[42] Sobald Gewalt für die Handlungen grundlegend geworden sei, könne das Selbstmordattentat abstrakte Begriffe wie Ehre, Treue oder Rache in den konkreten Kampf überführen, "für den die Figur des Märtyrers zum Dreh- und Angelpunkt wird. Denn letztlich verlangt die Erinnerung an ihn und sein vergossenes Blut Treue, er ist derjenige, der gerächt werden muß."[43] Um eine solche Funktion als Erinnerungsfigur und damit als Legitimationsfigur weiterer Gewaltaktionen einnehmen zu können, verbinde sich mit dem Selbstmordattentat immer auch eine Bearbeitung der Zeit und des Raums. Der Ort des Anschlags werde zum Erinnerungsort, während der Zeitpunkt des Todes der "Märtyrer" Orientierungspunkte und Sinnangebote für die Vergangenheit produziere, "...und damit auch für die Zukunft, die es zu konstruieren gilt, und für die Gegenwart, die Anstrengungen verlangt ".[44] Die Gewalt des "Self-sacrifice" beruht daher immer auch auf der Herstellung eines mythisch strukturierten Zeitverständnisses, das mit dem Verweis auf ein goldenes Zeitalter in der Vergangenheit eine Glorifizierung der Zukunft ermöglicht. Hamit Bozarslan, Experte für die Geschichte der politischen Bewegung der Kurden in der Türkei,[45] macht auf einen besonderen Aspekt des "Self-sacrifice" (oder der "violence auto-sacrificielle") aufmerksam, in dem er u. a. die Selbstverbrennungen der kurdischen Aktivisten und ihrer Sympathisanten in den 90er Jahren in den Blick nimmt. Hier ist die ausschließliche Zielscheibe der Aktion der "Märtyrer" selbst. "Der Körper erhielt damit eine neue Bedeutung und verwandelte sich in einen Ort der Verkündung. Nur die Zerstörung dieses letzten Guts konnte noch von der Integrität des Glaubens der Aktivisten und ihrer Sympathisanten an die dawa und von ihrer Verneinung jeglicher Kompromittierung zeugen."[46] Während Hamit Bozarslan vor allem die interne Rolle der Gewalt des Selbstopfers für die politische Bewegung und damit die Herstellung einer spezifischen Zeitlichkeit der Gewalt analysiert, stellt Brigitta Nedelmann die symbolische Kommunikation extremer Gewalt in den Vordergrund.[47] Ausgehend von dem Ansatz Friedhelm Neidhardts zur Analyse politischer Gewalt rekonstruiert sie das Beziehungsgeflecht, das das Phänomen der "Selbstmordbomber" in Israel durchzieht. Sie geht von einer "Reziprozität der Sinngebungen" aus, in der das Selbstmordattentat "als Text" aufgefaßt wird. [48]"Je weniger ein Zugriff auf die Motive der Täter möglich ist und überhaupt aufschlußreich sein dürfte, um die Sinngebung des suizidären Anschlags zu ermitteln, um so bedeutsamer wird die Sprache, die die Tat selbst durch ihre Anstifterin, die Hamas, spricht. Es ist die von ihr gegebene Bedeutung, die von ihr gewählte Strategie, der von ihr ausgesuchte Ort der Bombenexplosion und der von ihr festgelegte Zeitpunkt der Durchführung der Selbstmordattacken, die die symbolischen Inhalte definieren..."[49] Der "Text" des Anschlags erhält dann eine wirksame Funktion in der symbolischen Kommunikation der Gewalt, wenn er in Akteurskonstellationen eingeschrieben ist, "die durch Interessenambivalenz gekennzeichnet sind".[50] Eine solche Ambivalenz träte auf der palästinensischen Seite in der Konkurrenz zwischen der Hamas und PLO hervor, während die israelische Regierung mit ihren Reaktionen auf die Attentate bewußt eine Deutungsambivalenz aufrecht erhalte. Die Deutungsambivalenz der israelischen Maßnahmen erkennt Brigitta Nedelmann in den kollektiven Vergeltungsmaßnahmen (Absperrung der palästinensischen Gebiete, Zerstörung der Häuser der Familien, aus denen die Attentäter kommen, Verhaftungswellen, Vorenthaltung der Rückzahlung von Verbrauchersteuern etc.), die zur Folge haben, daß der Friedensprozeß so lange suspendiert und die Siedlungspolitik fortgesetzt wird, bis Arafat den Terrorismus unter Kontrolle gebracht habe.[51] Damit werde eine "Zirkularstimulation" von Aktion und Reaktion unterhalten, in der die extreme Gewalt der Selbstmordbomber sich ständig erneuern kann.[52] Die Häufung der Suizidanschläge bzw. die Vergrößerung des Spektrums der Organisationen und der Personen, die diese durchführen, belegen den von der Autorin beschriebenen Interaktionsprozeß. Die Idee der Reaktionsspirale findet u. a. eine Unterstützung in der These von Avishai Margalit, derzufolge Rache das zentrale Motiv für die Suicide Bombers sei.[53] Stathis N. Kalyvas und Ignacio Sanchez-Cuenca, die in ihrem Aufsatz Faktoren untersuchen, die terroristische Organisationen von der Durchführung von Selbstmordattentaten abhalten, verweisen ebenfalls darauf, daß "the more radicalized the conflict becomes, the stronger the emotions that may lead to suicide as a form of vengeance."[54] Dabei heben sie u. a. Parallelen zwischen Anarchisten aus dem 19. Jahrhundert und den heutigen Selbstmordattentätern hervor.[55] Mark Harrison beschreibt aufbauend auf die Rational-Choice-Theorie das Selbstmordattentat als einen ökonomischen Prozeß "between two parties, a terrorist principal and an agent, that is concluded voluntarily in the expectation of mutual gain".[56] Diese These geht von der Annahme aus, daß eine Person insbesondere in einer von Unterdrückung und Erniedrigung gekennzeichneten Situation den Selbstmord wählt, um ihren höchsten Vermögenswert - die Identität - zu erhalten. Das Weiterleben würde hingegen dieses Gut unwiderruflich zerstören.[57] Terroristische Organisationen wie die Hamas oder Al Qaida müssen lediglich die Bedingungen schaffen, die eine solche Disposition zum Suizid in eine Aktion umwandeln. Zwischen dem potentiellen Selbstmordattentäter und der terroristischen Gruppe bestehe ein Vertrag. Der eine Vertragspartner gewähre mit seinem Tod die Verbreitung der ideologischen Ziele des anderen Vertragspartners, der wiederum die Märtyreridentität des freiwilligen Attentäters garantiere und die technischen Mittel zur Durchführung des Anschlags (des Suizids) bereitstelle. "As a result the faction can make an impact, and the volunteer can achieve a distinction, that would be beyond their reach without this agreement".[58] Ausgehend von diesem ökonomischen Blick auf das Selbstmordattentat erklärt Mark Harrison die Inszenierungen der Attentatskandidaten vor dem Anschlag (über Fotografien, Videoaufnahmen, Briefe etc.), die von der terroristischen Organisation nach seiner Durchführung veröffentlicht und verbreitet werden. Der Selbstmordterrorismus endet nicht mit dem Tod des Attentäters, sondern stelle einen Prozeß dar, "that feeds the faction and is sustained by it".[59] Die Verbreitung der Bilder und Videokassetten der Selbstmordattentäter, die in den verschiedenen Forschungsarbeiten u. a. als Quellen insbesondere für die Untersuchung der subjektiven Sinngebung der Selbstmordattentate herangezogen werden,[60] wird immer wieder als spezifisches Phänomen dieser Gewaltform genannt. Nicht nur Abbildungen palästinensischer Selbstmordattentäter, die nach einem Anschlag veröffentlicht werden und in ihrer Überzeichnung den Gesichtern ein surrealistisches Aussehen geben, und die nach einem Anschlag verbreiteten Videoaufnahmen von einem Essen der Kandidaten der tamilischen LTTE-Kämpfer mit dem Führer der Organisation, sondern auch veröffentlichte Fotos gefallener kurdischer Kämpfer an der Seite Öcalans oder afghanischer mit Tulpen oder roten Rosen geschmückter Mudjahidin zeugen von dem Versuch, mittels der Darstellung von Ikonen Gewalt zu legitimieren und zu verewigen.[61] Die jeweiligen Besonderheiten des Bildmaterials lassen gleichzeitig Rückschlüsse auf ihre Funktion und Einbindung in gesellschaftliche Strukturen zu. So stellt Eric Butel in seiner Analyse heraus, daß Bilder zerrissener oder entsetzlich entstellter Körper unter den jugendlichen Anhängern der iranischen Hisbollah sehr populär sind und letztlich dem Schuldgefühl, das Scheitern der religiösen Utopie betreffend, Ausdruck verleihen,[62] während Pénélope Larzillière darauf hinweist, daß solch morbide Darstellungen bei den palästinensischen Selbstmordattentätern keinen Platz finden. Das Selbstmordattentat baue anders als im Iran nicht auf der Fusion der politischen und religiösen Sphäre auf, sondern sei den nationalistischen Strategien und politischen Interessen inhärent.[63] Parallelen zwischen Selbstmordattentaten in ganz unterschiedlichen nationalen, religiösen oder kulturellen Zusammenhängen legen es nahe, die Analyse dieser Gewaltform weder auf den islamischen Kulturraum noch auf eine religiöse Dimension zu reduzieren.

From an empirical point of view, Islamism is neither a necessary nor a sufficient cause of SM (Suicide Mission, NT). From a methodological point of view, even if it were possible to define a particular strain of Islamism as conducive to SM it would be difficult to produce a truly falsifiable claim, as ideologies are always open to multiple interpretations. Indeed, most arguments that point to particular ideologies (or theologies, for that matter) have a strong circular if not tautological feel to them.[64]

Jan Philipp Reemtsma betont ähnlich, daß weder kulturelle und religiöse Muster noch die Annahme von einer "gewaltförmigen Globalisierungskritik" etwas erklären. Vielmehr werden die terroristischen Gruppen von einem "paranoiden Weltbild" getragen, das die sich pluralisierenden Lebensformen und Differenzierungsprozesse in der Moderne nicht erträgt. "Das Selbstmordattentat ist die extremste Form, in die diese Befindlichkeit sich steigern und eine infantile Komplementär-Erregung hervorrufen kann: Allmacht in der maximalen Destruktion des Anderen. Die terroristischen Akte solcher Gruppen sind keine Handlungen, bei denen wir uns darüber verständigen könnten, wie ihre Komponenten nach Absichten, Zweck und Mittel sortiert und so nach unseren Konventionen verständlich gemacht werden können. Sie sind Ausdrucksweisen einer Lebensform."[65] Die verschiedenen Ansätze aus der Gewaltforschung verweisen auf die Notwendigkeit, allgemeine Kategorien wie Charisma und Bearbeitung der Zeit (Hamit Bozarslan), symbolische Kommunikation sowie Interessenambivalenz (Brigitta Nedelmann), Verschwörung (Christoph Reuter), das Verhältnis zum Körper (Eric Butel, Brigitta Nedelmann), Nationalismus (Pénélope Larzillière) oder Utopie und Erniedrigung (Farhad Khosrokhavar) in die Erklärungsmodelle zu integrieren. Die komparative und interdisziplinäre Untersuchungsperspektive, wie sie Hamit Bozarslan einklagt, wird damit zu einer notwendigen Voraussetzung, um dieses Phänomen extremer Gewalt untersuchen zu können.[66] Darüber hinaus widersetzt sich das Selbstmordattentat "jeglicher Versuche einer sofortigen Erklärung. Nur die zeitliche Distanz, oder anders gesagt das Aufkommen einer neuen Generation, für die geheiligte Märtyrer zur Vergangenheit geworden sind, ermöglicht die ernsthafte Analyse eines emotional so beladenen Themas".[67] Ich danke Pénélope Larzillière für ihren Rat und ihre Hilfe bei der Zusammenstellung der bibliographischen Angaben.

 

  • [1] Vgl. u.a. Craig Calhoun, Paul Price, Ashley Timmer, Understanding September 11., New York, Social Science Research Council, 2002; Eric Hersberg, Kevin W. Moore, Critical Views of September 11. Analyses from Around the World. New York 2002.
  • [2] Die Zahlen sind der elektronischen Datenbank des Institute for Counter Terrorism (ICT) in Herzliya (vgl.www.ict.org.il entnommen. Die Internetseite des ICT bietet neben statistischen Angaben zum internationalen Terrorismus auch Artikel, Dokumente und Informationen zu aktuellen Ereignissen an.
  • [3] Vgl. Nasra Hassan, "An Arsenal of Believers", in: The New Yorker, 19.11.2001.
  • [4] Vgl. Jan Philipp Reemtsma, "Sonst nix. Oder: Wer ist Caliban?", in: ders., Warum Hagen Jung-Ortlieb erschlug. Unzeitgemäßes über Krieg und Tod. München 2003, S. 271. Ders., "Terroristische Gewalt - Was klärt die Frage nach ihren Motiven?" ,in: Detlef Sack, Gerd Steffens (Hrsg.), Gewalt statt Anerkennung? Aspekte des 11.9.2001 und seiner Folgen. Frankfurt am Main 2003, S.37 -54.
  • [5] Nasra Hassan, op. cit., in: The New York Times, vgl. auch James Bennet, "The New Suicide Bombers. Larger and More Varied Pool", 21.6.2002.
  • [6] Vgl.http://www.hrw.org/reports/2002/isrl-pa , vgl. auch Ehud Sprinzak, "Rational Fanatics", in: Foreign Policy 120, 2000, S.66 - 73.
  • [7] Raid Sabbah, Der Tod ist ein Geschenk. Die Geschichte eines Selbstmordattentäters, München 2002.
  • [8] Ebd., S. 243 - 247.
  • [9] Vgl. ebd., S. 248.
  • [10] Vgl. ebd., S. 27 - 73.
  • [11] Vgl. www.ict.org.il
  • [12] Für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) vgl. Rohan Gunaratna, International and Regional Implications of the Sri Lankan Tamil Insurgency, in: www.ict.org.il/articles/articledet.cfm?articleid=57 .
  • [13] Yoram Schweitzer, "Suicide Bombings, The Ultimate Weapon?", in: www.ict.org.il/ artciles/articledet.cfm?articleid=373 Vgl. auch Boaz Ganor, "Suicide Terrorism: an Overview", in: www.ict.org.il/articles/articledet.cfm?articleid=128 Boaz Ganor ist Direktor des ICT und war ein Sicherheitsberater von Benjamin Netanyahu.
  • [14] Vgl. u.a. Avishai Margalit, The Suicide Bombers, in: The New York Review of Books, 16.1.2003.
  • [15] Vgl. Yoram Schweitzer, "Suicide Terrorism: Development & Characteristics", in: www.ict.org.il/articles/articledet.cfm?articleid=112
  • [16] Vgl. auch Pénélope Larzillière, "Le 'martyre' des jeunes Palestiniens pendant l'Intifida Al Aqsa: analyse et comparaison", in: Politique Etrangère 66, 2001, S. 937 - 951. (Deutsche Fassung: dies., "Palästinensische 'Märtyrer': eine vergleichende Analyse über den Diskurs der Selbstmordattentäter", in: Sociologicus [wird erscheinen].)
  • [17] Christoph Reuter, Mein Leben ist eine Waffe. Selbstmordattentäter - Psychogramm eines Phänomens, München 2002, S. 128.
  • [18] Vgl. Farhad Khosrokhavar, Anthropologie de la révolution iranienne. Le rêve impossible, Paris 1997.
  • [19] Vgl. Martin Kramer, "Sacrifice and Fraticide in Shiite Libanon", in: Mark Juergensmeyer (Hrsg.), Violence and the Sacred in the Modern World. London 1992, S. 30 - 47. Stephan Rosiny Islamismus bei den Schiiten im Libanon: Religion im Übergang von Tradition zur Moderne, Berlin 1996; Sabrina Mervin, Les yeux de Mûsâ Sadr (1928 - 1978), in: Catherine Mayeur-Jaouen, (Hrsg.), Saints et héros du Moyen-Orient contemporain, Paris 2002, S. 285 -3 00.
  • [20] Vgl .Farhad Khosrokhavar, Les nouveaux martyres d'Allah, Paris 2002, S. 45.
  • [21] Vgl. ebd., S. 343.
  • [22] Christoph Reuter op. cit., S. 366.
  • [23] Ebd., S. 368.
  • [24] Amir Taheri, Morden für Allah. Terrorismus im Auftrag der Mullahs, München (engl. Originalausgabe 1987) 1993, insbesondere S. 313, 315.
  • [25] Vgl. Mark Juergensmeyer, "Religious Terror and Global War", in: Craig Calhoun, Paul Price, Ashley Timmer, op. cit., S. 27 - 40. Ders., Terror in the Mind of God. The Global Rise of Religious Violence.(Comparative Studies in Religion and Society). Berkeley, London 2001.
  • [26] Mark Juergensmeyer op. cit., S. 33. Vgl. Sacrifice and Cosmic War, in: Ders.(Hrsg.), Violence and the Sacred in the Modern World. London 1992, S. 101 -117.
  • [27] Vgl. Herfried Münkler, Über den Krieg. Stationen der Kriegsgeschichte im Spiegel ihrer theoretischen Reflexion. Weilerswist 2002, insbesondere S. 264.
  • [28] Farhad Khosrokhavar, Les nouveaux martyres d'Allah, op. cit., vgl. auch Navid Kermani, Die Gärten der Märtyrer. Was verbindet den Opferkult der Schiiten im Iran mit der historischen Sekte der Assassinen und den Suizidattentätern von heute? Über das Selbstopfer im Islam und den modernen Willen des Nichts, in :taz, 20. 11. 2002, S. 15 - 16. Zum Märtyrertum in Afghanistan während der sowjetischen Besatzung zwischen 1978 - 1992 vgl. Pierre Centlivres, Micheline Centlivres-Demont, Les martyrs afghans par le texte et l'image (1978 - 1992), in: Catherine Mayeur-Jaouen (Hrsg.), op. cit., S. 319 - 333.
  • [29] Vgl.Farhad Khosrokhavar, op. cit., S. 9 -11.
  • [30] Vgl. zum Thema Bassidschi: Eric Butel, Martyre et sainteté dans la littérature de guerre Iran-Irak (1980 - 1988), in: Catherine Mayeur-Jaouen, (Hrsg.), op. cit., S. 301 - 317.
  • [31] Farhad Khosrokhavar, op. cit., S. 126.
  • [32] Vgl. auch Farhad Khosrokhavar, L'islamisme et la mort. Le martyre révolutionnaire en Iran, Paris 1995.
  • [33] Farhad Khosrokhavar, Les nouveaux martyrs d'Allah, op. cit., S. 236.
  • [34] Vgl. Pénélope Larzillière "Le 'martyr' palestinien, nouvelle figure d'un nationalisme en échec", in: Alain Dieckhoff (Hrsg.), Israéliens, Palestiniens: la guerre en partage. Paris (wird erscheinen).
  • [35] Vgl. Pénélope Larzillière, Le 'martyre' des jeunes Palestiniens pendant l'Intifida Al-Aqsa: analyse et comparaison, op. cit.
  • [36] Avishai Margalit, op. cit.
  • [37] Martin Kramer, op. cit., S. 31.
  • [38] Vgl. für die Selbstmordattentate im Libanon: Amir Taheri, Morden für Allah, op. cit., Kapitel 10: "Die Bräute des Bluts".
  • [39] Vgl. Barbara Victor, Shahidas. Les femmes kamikazes de Palestine, Paris 2002.
  • [40] Vgl. Isabelle Rigoni, Nationalisme et violence politique dans l'Etat unitaire. Les Kurdes du PKK et les Tamouls des LTTE, in: CEMOTI 28, 1999, S. 255 - 286.
  • [41] Hamit Bozarslan, From Political Struggle to Self-sacrifice. Three Essays on Violence in the Middle East, Princeton (im Erscheinen).
  • [42] Vgl. ebd., insbesondere "Essay III" und "Conclusion".
  • [43] Hamit Bozarslan, "La figure du martyre chez les Kurdes, in: Catherine Mayeur-Jaouen (Hrsg.), op. cit., S. 335 - 347, hier S. 336.
  • [44] Ebd., S. 337.
  • [45] Vgl. Hamit Bozarslan, From Political Struggle to Self-sacrifice, op. cit., insbesondere "Essay I" und "Essay II".
  • [46] Ebd., S. 347, vgl. für die Selbstverbrennung auch Michael Biggs, "Dying without Killing: Protest by Self-Immolation, 1963 - 2002". (Provisional draft), in: Diego Gambetta (Hrsg.), Making Sense of Suicide Missions, Oxford (wird erscheinen). Olivier Grojean, "Mourir pour la cause. L'institutionnalisation d'un imaginaire politique chez les militants du PKK en Europe", unveröffentlicher Vortrag (CADIS, EHESS), Paris 2002. Ders., Pour une sociologie de l'arme corporelle: le cas kurde en Europe, unveröffentlichter Vortrag, World Congress for Middle Eastern Studies (WOCMES), Mainz 12.9.2002.
  • [47] Brigitta Nedelmann, "Die Selbstmordbomber. Zur symbolischen Kommunikation extremer politischer Gewalt", in: Jürgen Gerhards, Ronald Hitzler (Hrsg.), Eigenwilligkeit und Rationalität sozialer Prozesse. Festschrift zum 65. Geburtstag von Friedhelm Neidhardt, Opladen 1999, S. 379 - 414.
  • [48] Ebd., S. 385 und S. 389.
  • [49] Ebd., S. 398.
  • [50] Ebd., S. 392.
  • [51] Vgl. ebd., S. 403.
  • [52] Ebd., S. 386.
  • [53] Avishai Margalit, op. cit.
  • [54] Stathis N. Kalyvas, Ignacio Sanchez-Cuenca, "Accounting for the Absence of Suicide Missions".(Provisional draft), 2002, in: Diego Gambette (Hrsg.), op. cit.
  • [55] Ebd., S. 16.
  • [56] Mark Harrison, Suicide Terrorism, in: www2.warwick.ac.uk/fac/soc/economics/staff/faculty/harrison/papers/terrorism.pdf Vgl. auch ders., The Logic of Suicide Terrorism, in: Royal United Services Institute Security Monitor 2/1, 2003, S. 11 - 13.
  • [57] Mark Harrison, Suicide Terrorism, op. cit., S. 4.
  • [58] Ebd.
  • [59] Ebd., S. 8 f.
  • [60] Vgl. Farhad Khosrokhavar, L'islamisme et la mort, op. cit.
  • [61] Vgl. zu den Bildern und Texten der afghanischen Märtyrer: Pierre Centlivres, Micheline Centlivres-Demont, Les martyrs afghans par le texte et l'image (1978 - 1992). op. cit. Vgl. zur Bedeutung der Fotos für die PKK-Kämpfer Hamit Bozarslan, From Political Struggle to Self-sacrifice, op. cit. ,insbesondere "Essay I".
  • [62] Vgl. Eric Butel op. cit., S. 313.
  • [63] Vgl. Pénélope Larzillière, Le 'martyre' des jeunes Palestiniens pendant l'Intifada Al-Aqsa: analyse et comparaison, op. cit.
  • [64] Stathis N. Kalyvas, Ignacio Sanchez-Cuenca, Accounting for the Absence of Suicide Missions, (Provisional draft), op. cit., S. 6.
  • [65] Jan Philipp Reemtsma, "Sonst nix. Oder: Wer ist Caliban?", op. cit.
  • [66] Vgl. Hamit Bozarslan, La figure du martyre chez les Kurdes, op. cit., S. 336.
  • [67] Ebd.


Published 2003-07-04


Original in German
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